Freitag, 11. November 2016

Goodbye Morocco, see you again!

Samstag, 5. November 2016

Heute ist Abreisetag, aber wir haben ja noch einen halben Tag hier in Marrakesch. Deshalb sind wir extra früh aufgestanden und früh aus dem Haus. Wir gehen ins gleiche Resti, wie wir am Vorabend Znacht gegessen haben und bestellen ein Frühstück. Viel zu viel. Ein marokkanisches Omelett, 4 verschiedene Brotarten (wie unnötig) und zum Schluss noch einen Fruchtsalat. Ja mersi, i ha mega gärn Frücht... Nicht!
Dann sind wir noch echli durch die Marktgässli von Marrakesch gestoglet. Eigentlich wollten wir noch Souveniers kaufen, aber die Leute waren wieder sooo aufdringlich, dass es einem sofort verleidet ist. Wir haben uns kurzerhand entschieden, uns noch ein Teeset zu kaufen, aber irgendwo, wo uns nicht gerade 5 Verkäufer angumpen und man sie nicht mehr los wird. Wir schauen immer unauffällig, aber bei den Meisten werden wir schon so sofort angequatscht! Mann! Wi müehsam! Dann endlich finden wir eine gäbige Auswahl an Teesets. Wir schauen's uns mal an. Hat viele schöne! Plötzlich kommt auch hier einer. Er spricht uns sofort auf Spanisch an, ehm i cha imfau ke Spanisch... wir antworten auf Französisch und Englisch, ihm egau, er redet weiter auf Spanisch, verstah nur d heufti. Trabajo originál, trabajo hie trabajo da, ke plan was dä wott. Er zeig uns hönnen viu verschiedene Modelle und wir sind langsam echli überfordert. Ich fasse mich kurz. Wir entscheiden uns für ein goldenes Set, alles mit etwa dem gleichen Muster. Er will viel zu viel, aber da er ja nur Spanisch spricht, versteht er mich nicht, ich will aber dieses blöde Teeset!! Aber viu z'tür gopf. "You can pay by card" nei i wott nid mitem Chärtli zahle, i wett WENIGER zahle! "No problem paying by card" I WOTT NID MIT DR CHARTE ZAHLE!!!!! Ich sage ihm, dass ich kein Geld auf der Karte habe, interessiert ihn nicht wirklich, ah dehaut!!! Wir zahlen den verlangten Preis und sind doch echli hässig, dass er uns nicht verstanden hat, oder nicht verstehen wollte. Wir haben jetzt dieses Set, fertig! Wir bringen's mal ins Auto, damit wir das nicht umenschleppen müssen. Dann gehen wir wieder über den Jeema el Fna und ich wollte ja eigentlich noch ein Henna-Tattoo, aber auch die sind so aufdringlich, dass es mir echli zu viel ist. Ich glaub ich lasse das. Wir setzten uns in ein Kafi und schauen dem Treiben zu, da sehe ich eine Henna-Tattowiererin, die gerade eins am machen ist, die sieht nett aus, zu der will ich. Aber als ich zu ihr will, ist sie weg, na toll. Wir laufen halt noch echli über den Platz und alle diese Henna-Frauen wollen mich überreden und mir "a present for free" auf den Arm machen. Vo wäge for free, fahr app!! Wir laufen wieder bei ihr durch, und sie ist tatsächlich wieder da, also, los geht's.
Ich zeige ihr zuerst das Motiv (die haben da so Kataloge mit Föteli) und frage wieviel es kosten würde. Sie sagt natürlich, dass sie uns einen super Preis macht blablabla wir diskutieren, sie will, dass ich mich hinsetzte, ich tu's. Sie sagt immer: "no problem no problem" TAGG und dann fängt sie an. Hoppla "take a picture" sagt sie zu Julien, der wie der Oberturi die Kamera um den Hals gehängt hat. Er macht Fotos. Sie macht das gut, echli schnell meiner Meinung nach, aber die weiss schon was sie tut. Als sie fertig ist, bin ich einigermassen zufrieden. Plötzlich will sie Juliens Arm und ihm auch noch eins machen. Weil er nicht genau weiss was sie will, hält er hin, grosser Fehler! Sie nimmt schwarzes Henna (ich habe braun gewählt, wegen den Entzüdungen die schwarzes hervorrufen kann) und macht ihm einen Skorpion auf den Unterarm. Wow wie schön (ironie) "take a picture, take a picture" ja wi wotti?! I ha Henna uf mire Hand u darf mi ni bewege, u er het si Arm i dine Händ!!! Julien schaut mich schockiert an, muesch ni mih so aaluege! Du hesch häreghäbt! Auch sie verlangt viel zu viel! Unglaublich, aber auch sie lässt nicht mit sich verhandeln. I gloubes nid! Ja wir haben's schon, mir chöis nümm zrügg gäh. Also zahlen wir halt! Julien ist hönnen hässig und rastet fast aus. Er will's sofort abwaschen und wir gehen ins gleiche Kafi wo wir vorher waren, aufs WC. Wie eine Furie regt er sich darüber auf "scheiss Henna mann, ner ersch no schwarzes! I hasse Skorpion, huere schissdreck" er wäschts so gut es geht ab, aber man sieht's halt immernoch echli... ja das ist in ein par Tagen wieder weg. Er regt sich immernoch auf und ich kann mich langsam nicht mehr erholen vor Lachen!
Ja und dann wurde es auch langsam schon Zeit, uns auf den Weg zum Flughafen zu machen, zuerst müssen wir aber noch das Auto waschen, dann fällt ihnen vielleicht das Lämpli nicht auf. Also suchen wir eine Waschanlage. Gefunden. Wir fragen, ob sie unser Auto grad machen können, weil wir etwas unter Zeitdruck sind, kein Problem sagen sie. Wir räumen alles aus, weil wir müssen noch umpacken. Das Auto steht da, und der Typ tut irgendwie nicht soviel derglichen. Er putzt weiter das andere Auto und langsam haben wir Angst, dass das gar nichts mehr wird heute. Nach gefühlten 100 Stunden sagt er uns, wir sollen das Auto in die Anlage fahren. Machemer! Er fängt an zu putzen, Gott sei dank! Als er fertig ist, überlegen wir, ob wir grad hier tanken sollen, oder erst kurz vor dem Flughafen. Wir entscheiden uns für den Flughafen, da hat's einen in der Nähe. Wir fahren also da hin und tanken, alles kein Problem, jetzt ab zum Flughafen. Julien muss unbedingt noch aufs WC, ansonsten könne er nicht mit dem Autofuzzi diskutieren, okay! Am Flughafen fahren wir auf den Parkplatz von den Mietautos. Da steht schon der friend "avec la casquette jaune" aber der ist beschäftigt mit andern Autos. Wir räumen mal alles aus, damit wir, sobald alles gut ist, einfach davonsecklen können (oder auch wenns nicht gut ist, und wir abhauen müssen). Ich seckle dem Typ hinger nachen, aber er secklet immer davon. Endlich kommt ein zweiter Dude und sogar direkt zu uns. Er nimmt die Papiere vom Auto und schaut alles genau an, setzt sich dann ins Auto. Ohje, jetzt sieht er bestimmt das Lämpli, einfach unauffällig bleiben. Er steigt aus, kreuzt irgendwas auf dem Blatt an und sagt sei alles gut. Everything ok? "Yes of course. You had a problem with the electronic, but that's normal" ah so isch das, kenneter das Phänomen auso he... eh ja, da sägemer emu nüt. Wir schnappen unsere Koffer und ACH DU MEINE GÜTE!!!! Da stehen etwa 500 (achtung, Schätzung) Leute vor dem Flughafen in 4 Schlangen aufgeteilt. Ds schaffemer NIE!! Wir müssen uns wohl oder übel da anstellen. Meine Güte. Julien hat die blendende Idee, vorne nachzuschauen, was das für eine Kontrolle ist und mich lässt er mit Koffer, Surftasche, Rucksack, Northface Tasche und seinem Koffer stehen. Ja toll, leider bewegt sich die Schlange immer wieder und ich muss alles irgendwie 5 Meter weiterbuxieren. Hueren müehsam gopf! Da kommt er, wie schön! Ist einfach eine normale Kontrolle. Wir sind schnell durch und suchen mal das Check-in. Ausnahmsweise ist das Easyjet Check-in fast leer, aber die Bünzlischwizer versperren den Weg, natürlich! Wir checken ein, geben unsere Koffer und Surftasche auf und dann müssen wir durch die Sicherheitskontrolle. Alles kein Problem. Jetzt sind wir bei den Gates, aber von unserem Flug ist noch nichts angeschrieben. Wir haben Hunger, doch leider haben wir nur noch sehr wenig Geld und es ist sehr schwer, etwas zu Essen zu finden. Ich entscheide mich, eine Pizza zu holen, dafür reicht's noch grade. Aber ich habe wohl in meinem ganzen Leben noch nie so lange auf eine Pizza gewartet!!! Und ich bin nicht die Einzige! Ich warte jetzt schon ewig und der Hunger übermannt langsam meine Geduld! Ich werde etwas hässig! Endlich bekomme ich meine Pizza, aber Geld habe ich jetzt keines mehr... wir essen die Pizza und warten noch immer auf die Nachrichten von unserem Flug. Wir stoglen im Flughafen umen, suchen verzweifelt etwas zu Essen, aber es ist alles zu teuer. Wie tragisch!
Endlich wird unser Gate bekannt gegeben, aber schlau wie wir sind, warten wir, bis es nicht mehr so eine lange Schlange hat. Plötzlich sind wir die Letzten und kommen sogar noch in den Stress. Wir sind auch die letzten, die ins Flugzeug steigen, typisch.
Ja das war's dann wohl. 3 Wochen sind schneller vergangen, als uns lieb war.
In Basel angekommen regnet es und die Depressionen werden immer schlimmer... wir wollen wieder zurück!
Aber wir werden sicher bald wieder verreisen! Ganz sicher.
Wohin die Reise wohl gehen wird... Wir werden seh'n, ihr werdet lesen!


Das tolle Henna-Tattoo (mit der Kruste sieht's schöner aus als jetzt)


Juliens Lieblings-Skorpion


Marokko wird mir fehlen!!

Freitag, 4. November 2016

Schweren Herzens verlassen wir Essaouira

Freitag, 4. November 2016

Heute hiess es, Abschied nehmen vom schönen Essaouira... Aber bevor wir uns auf den Weg nach Marrakesch machen, frühstücken wir noch in dieser Pâtisserie, in der wir gestern unsere Köstlichkeiten geholt haben. Es regnet, wie passend für unsere Stimmung. Wir lassen uns Zeit, denn wir wollen noch jede Minute geniessen. Als wir uns dann auf den Weg ins Riad machen, ist unsere Stimmung wirklich gedrückt, wir wollen überhaupt nicht nach Hause! Wir klopfen am Riad, keiner da, iz nid im Ärnst?! Mache die ds äxtra?? Gehen wir halt wieder zum Restaurant füren. Dort werden wir noch auf einen Thé à la Menthe eingeladen und wir nehmen gerne an. Als wir den Tee fertig haben, verabschieden wir uns von den Gastgebern und er versichert uns, dass jetzt jemand im Riad sein wird. Gut. Wir gehen und tatsächlich ist jemand da, Gott sei Dank! Es wir Zeit, unsere Taschen zu packen. Schweren Herzens verlassen wir das Riad und somit auch langsam Essaouira. Wir steigen in Auto und jetzt ist unsere Zeit hier endgültig vorbei. Wie traurig!
Wir fahren und fahren, wieder durchs absolute Nirgendwo. Unglaubliche Landschaften erstrecken sich vor uns, zwar eher wüstenartig, aber wunderschön. Etwa nach der Hälfte machen wir in einem Dorf halt. Wir müssen dringend aufs WC. Wir setzen uns in ein Kafi und trinken etwas. Da läuft gerade ein Fussballmatch, YB gegen was weiss ich wen. Was für ein Zufall! Wir schauen da noch echli zu, bevor wir unsere Route fortsetzen. Wir fahren auf die Autobahn, aber kurz vor der Einfahrt, werden wir (wer hätte es gedacht) wieder von der Polizei angehalten! Wir sind uns eigentlich sicher, dass wir nie zu schnell waren, aber sie sind da anderer Meihnung! I gloubes nid. Also eigentlich ist es schon langsam ein richtiger Witz! Wir sind sicher, dass die Polizei einfach Mietwagen herausnimmt und sagt sie seien zu schnell gefahren! 89km/h in der 80er Zone, da würde nimau d Schwizer sones Gschiss mache! Mein Gott iz wirds aber langsam müehsam! Wir zahlen die Busse halt, was wollen wir, es ist die Polizei, wir können eh nichts machen. Julien wird hässig, es kann nicht sein! Wir sind sicher, dass die das Geld einfach einstecken und wir eigentlich keine Busse hätten bekommen sollen! Ah chum, i mah gar nid stürme. Aber beim nächsten Mal reklamieren wir, denn ab jetzt fahren wir nur noch mit dem Tempomat genau 80 oder genau 100 oder 60!!! Wir fahren weiter durch's Nirgendwo und nähern uns langsam aber sicher Marrakesch. Kurz vor Marrakech eine weitere Ladung Schmierlätze! We üs die ize oh usenähme stürme mir aber gwautig! Tatsächlich winkt uns einer von ihnen rechts ran. DS DARF DOCH NID WAHR SI! Iz chas aber wükk nid wäg dr Gschwindigkeit si!! Wir waren sogar immer 3km/h drunter! Sie verlangen die Papiere und unsere Pässe, meinen auch. Wir stellen fest, dass die Polizisten hier alle ziemlich jung sing und gehen davon aus, dass sie gerade aus der Ausbildung kommen und jetzt reguläre Verkehrskontrollen durchführen müssen. Könnte gut sein, denn sie fragen ab und zu bei einem nach, lachen und sehen glaube ich schlimmer aus, als sie wirklich sind. Wir bekommen unsere Papiere und Pässe wieder und dürfen weiterfahren, hallelujah! Ich habe mich schon darauf eingestellt, eine riesen Diskussion zu starten! War zum Glück nicht nötig!
Vor Marrakesch wollen wir noch unser Auto usensaugen und wir kämpfen uns durch den crazy Verkehr. Wir kommen zu einer Tankstelle, die auch Staubsauger hat. Jetzt geht's los. Wir müssen zuerst den ganzen Charren usruumen, dann können wir starten. Wir saugen alles raus, aber da es den ganzen Tag geregnet hat, sieht das Auto von aussen schon nicht mehr so toll aus. Ja das machen wir besser erst morgen, es regnet eh noch weiter. Jedoch ist es auch innendrin echli dreckig und das bekommen wir nicht mit dem Staubsauger weg, wir brauchen einen Lumpen. Wir schauen im Tankstellenshop, doch die haben nur so überteuerte High-Tech-Mikrofaserpolierlumpen, nenei, das löhmer. Ich finde eine Rolle WC-Papier (haben wir von Taghazout mitgenommen, kann man schliesslich immer brauchen). Ich putze den gröbsten Schmutz mit dem weg, aber es fusselt mehr, als dass es putzt. Wir haben noch so einen Einkaufssack, mit dem gehe ich mal drüber und das klappt schon gar nicht mal so schlecht. Klar kann man mit dem nicht das ganze Auto putzen, aber immerhin das Armaturenbrett und die Türen. Jetzt können wir nach Marrakesch. In Marrakesch angekommen, fahren wir auf einen überteuerten Parkplatz (ist uns aber egal, er ist nahe vom Stadtzentrum und einfach zu finden), stellen unser Auto ab und stürzen uns mit dem kleinstmöglichen Gepäck ins abentliche Getummel. Dank Juliens aussergewöhnlichen geografischen Gedächtnis, finden wir unser altbekanntes Riad ohne Problem! Wir werden nett begrüsst und uns wird sofort Tee angeboten. Wir trinken einen Schluck und erholen uns etwas von der Reise. Dann wird uns das Zimmer auf der Terrasse gezeigt, das ist definitiv eine andere Liga, als wir letztes Mal hatten. Mega schön! Anständiges WC und Dusche, tolles Bett und gerade genug Platz für uns. Wahrscheinlich haben wir bei unserem ersten Aufenthalt die Abstellkammer bekommen, oder das Notzimmer, wenn sie ausgebucht sind. Naja, jetzt wissen wir's. Wir ruhen uns noch einige Minuten aus, bevor wir uns dann wieder ins Nachtleben begeben, um etwas zu essen. Ich habe langsam echt Hunger und wir haben uns auch schon entschieden, wo wir essen wollen, aber wir müssen zuerst Geld abheben. Wo war nochmal der Platz mit dem Geldautomaten? Julien ist sich auch nicht mehr so ganz sicher, und so irren wir durch die engen Marktgassen, ich völlig ohne Orientierung. Wir wissen beide, wie der Platz aussieht, aber frag mich nicht, in welche Richtung, bzw. welches Gässli wir nehmen müssen. Irgendwann landen wir wieder bei unserem Riad und ich schalte das Navi ein, wir wissen nur, dass daneben eine Apotheke war. Okay. Julien schnappt sich das Navi und guidet. Nach etwa 10mal "ah nei da simer fausch" seinerseits und 50 "i mah nümm, i ha Hunger" von meiner Seite her, haben wir den Platz endlich gefunden! Schnell Geld abheben und zurück zum Restaurant! Jetzt ist Juliens Orientierung wieder in vollem Gange! im Restaurant werden wir von einem sehr freundlichen Kellner an unseren Platz gewiesen und bedient. Ich esse Omelette au fromage und Julien einen Burger. Ich möchte eigentlich noch eine Portion Pommes, haben sie aber nicht, da die Maschiene gester ausgefallen ist. Er sagt "if possible I can bring you small potatoes." Nähmemer! Das Essen ist sooooo gut! Wir wissen nicht, ob es ist, weil wir so Hunger haben, oder weil es wirklich soo gut ist!!! Der Kellner ist mega herzig und freundlich und witzlet immer echli mit uns. Wir haben viel zu viel gegessen! Definitiv! Aber es hat soo gut getan! Dann geht's ab, zurück ins Riad.
Morgen wollen wir nochmal durch die Marktgässli schlendern, dann müssen wir noch das Auto tanken und von aussen putzen. Wir hoffen, dass morgen alles reibungslos verläuft! Heute war echli ein Pechstag noch mit der Polizei, vielleicht meint's unser Karma morgen gut mit uns!
Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.

Adjeu liebes Riad



Schockierende Entdeckung

Donnerstag, 3. November 2016

Heute durfte ich endlich mal wieder etwas ausschlafen! Das tut gut! Julien ist doch nicht früh aufgestanden um zu fötelen.
Wir stehen mal auf und wollen etwas Zmorgen essen. Wir irren erstmal noch echli umen, weil wir nicht genau wissen wo wir essen wollen. Dann entscheiden wir uns einfach mal für das Kafi neben dem Restaurant wo wir gestern die schlechte Pizza gegessen haben. Wir bestellen ein Zmorge, aber die Bedienung ist wohl heute nicht so gut drauf. Er schmeisst mir meinen Tee regelrecht hin, dass er ausleer, Brot bekommen wir zwar en masse, aber so wenig Butter, dass man damit nichtmal zwei Brote schmieren könnte. Wir bekommen noch so eine Art Fladenbrot. Aso chli fründlecher chönnte sie scho si he! Wir zmörgelen und ich suche mal die Garage für unser Auto heraus. Nur 5min entfernt, gäbig! Wir zmörgelen fertig und machen uns dann auf den Weg zu unserem Auto. Gestern hat uns ein Typ vom Parkplatz gefragt, ob wir unser Auto putzen lassen wollen. Es war wirklich nötig und er versprach uns, heute sähe es aus wie neu. Gestern am späten Abend war's eher ein Gschmier und darum waren wir jetzt umso gespannter, obs doch noch richtig geputzt wurde. Ich erkenne unser Auto kaum mehr! Es glänzt richtig und ist blitze blank sauber! Yess!! Etwas weniger um was wir uns kümmern müssen, jetzt müssen wir nur noch von Innen putzen. Wir fahren mal zu dieser Garage, also bzw, sieht es eher aus, wie ein Autohaus... Wir gehen mal rein und ich erkläre der Dame, was unser Problem ist. Sie hilft uns weiter, indem sie uns zum Service vis-à-vis verweist. Also, machen wir doch. Wir stellen das Auto ab und stoglen mal in diese Garage rein. Ich frage den Typ, ob er englisch kann, nur schwach. Er holt einen Anderen und ich erkläre auch ihm wieder unser Problem. Er weiss sofort was ich meine. Er sagt uns, dass dies nichts tragisches sein wird, wohl nur eine Störung der Elektronik. Um herauszufinden was es ist, müsste man das Auto an den Computer anschliessen, das wussten wir bereits. Die haben aber keinen Computer für Peugeot, nur Renault und Dacia. Tja. Er sagt uns, es sei ein bekanntes Problem und wir können ohne Weiteres nach Marrakesch fahren. Ja nei so toll! Er sagt auch, dass sobald das Lämpli rot wird, wir das Auto sofort anhalten müssen. Okay, es ist ja nicht rot. Erleichtert bedanken wir uns, und machen uns wieder auf den Weg zurück in die Medina. Unterwegs wollen wir eigentlich noch das Auto usenstaubsaugen, aber wir finden grad keine Anlage. Machen wir's halt morgen auf dem Weg. Ich suche aus den Mietpapieren vom Auto noch eine Telefonnummer und eine email adresse heraus. Wir haben beschlossen, Herzt zuerst mal per Mail zu informieren, dass unser Auto ein Problem mit der Elektronik hat. Wenn sie sich bis morgen früh nicht gemeldet haben, rufen wir sie halt noch an. Zurück in der Medina, schlendern wir wieder durch die Gassen. Ein Verkäufer quatscht mich an und fragt, woher ich mein Jäggli habe. Ehm.. Von New York (ist glaube ich von Paris), ah ob er mal die Qualität begutachten kann. Ich trete einen Schritt näher und er schaut es an. Ah ja sehr schön, wie viel ich denn dafür gezahlt habe in New York. Ke ahnig 70$ viellech, isch ds wichtig? Dann labert er etwas, dass viele Leute interessiert sind blabla und dann machen wir wieder den Fehler, dass wir auf die Frage: "do you know 'blablabla'?" Mit Nein antworten. Schon bittet er uns in seinen Laden. Er zeigt uns die Kleider (wow, chani leider nid bruuche mersi) und dann bittet er uns Platz zu nehmen, oh mann! Nid scho wieder! Es ist aber noch spannend, mit ihm zu quatschen. Er erzählt von seiner Familie, dass er in Asien gelebt hat, er spricht 6 Sprachen, und dann redet er noch über Freundschaften und wie Beziehungen funktionieren und so weiter und so fort. Er will uns Tee anbieten, aber wir winken dankend ab, mir wüsse wie ds usechunnt. Er zeigt mir noch Schmuck (ganz und gar nid mi Stil!) und will uns noch zum Essen bei sich einladen. Die Leute hier sind wirklich extrem herzlich und sie wollen dir immer etwas Gutes tun, aber wir wissen nicht so recht, ob sie dies mit einem Hintergedanken tun... Jaja mir luege, mir wüsse ni obmer da si hüt, Inshallah (heisst so viel wie: "Wenn Gott will"). Also, wir schaffen es ohne etwas zu kaufen aus dem Laden zu fliehen. Jetzt dürfen wir einfach nicht mehr an ihm vorbei laufen, die zweite Strasse die nun Tabu ist (die von Gestern können wir auch nicht mehr betreten!). Wir wollen mal wieder etwas essen und laufen und laufen, an vielen Restaurants vorbei und wir können uns einfach nicht wirklich entscheiden. Dann entscheiden wir uns doch noch für eines. Ich bestelle Omelette au fromage und Julien Omelette Berbere. Wir essen und trinken dazu Thé à la Menthe, mann den werde ich vermissen! Obwohl, ich hab ja jetzt einen Siech voll Blettli und Holz und Blüten für diesen Berber Tee. Aber trotzdem, die herzigen Kännli und verzierten Gläser werden mir fehlen.
Wir laufen und laufen weiter durch die Gässli und entdecken immer wieder neue Ecken. Dann will ich unbedingt noch in soeine Pâtisserie, die sehen sooo gut aus hier! Die ist hönnen schön! Und hier werden wir morgen cho zmörgelen! Ich freue mich! Ich nehme eine Art Cremeschnitte und Julien etwas Pinkes mit Kokossträuseln. Wir wollen uns beim Hafen ein gemütliches Plätzli suchen. Kurz vor dem Hafen bleibt Julien schockiert stehen. "Lug mau da links!" Eine Gruppe Turis steht im Eingang von einer grossen Halle. Xeht us aus wär hie dr Fischmärit he? "Nei! Lug gnau! Xeht us aus wäre ds verdammti Haifische!!!" Ich schaue genauer und tatsächlich!!! Hunderte von toten Haifischen liegen ausgenommen und blutig auf dem Boden! I BI SCHOCKIERT! Die Turis werden von einem der Arbeiter freudlich herusgebittet. Wir stehen wie angewurzelt und Julien schiesst ein undercoverfoto. Ds darf doch nid wahr si! Isch ds überhoupt legal? Was mache die när mit dene?? Etwas perplex und auch ein wenig angewiedert laufen wir weiter in den Hafen. Faszinierend wie hier die hundert kleinen Fischerboote im Wasser dümpeln und die Fischer ihre Netze säubern. Aber der Geruch, an das kann ich mich nicht gewöhnen! Es fischelet nidmau meh, es ist wirklich himmelelend und mir wird fast echli schlecht. Wir gehen weiter Richtung Strandpromenade und setzten uns dort auf ein Bänkli und essen unser Gebäck! MMMHHH IST DAS GUT!!! Etwas Caramelgeschmack! Hönnen süess, aber hönnen fein!!! Julien seins sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch mega fein, Kokos. Wir gehen wieder ins Stadtinnere und laufen wieder an der Halle mit den Haifischen vorbei. Jetzt sind sie gerade dabei, die Fische aus der Halle zu zerren und zu verladen, noch ein undercoverfoto (die Leute haben es hier in Marokko nicht so gern, wenn man alles fotografiert). Wir sind immernoch schockiert und fragen uns immernoch, ob das wirklich legal ist.
Wir gehen durch ein uns noch nicht bekanntes Gässli und kommen an ganz andere Orte. Der Stadtmauer entlang schlendern wir an den kleinen Läden vorbei. Hier will dich nicht grad jeder in seine Laden inenschrissen, deshalb gefällt es uns hier sehr gut. Wir laufen einfach immer weiter und entdecken schon wieder neue Ecken in dieser Stadt, sie ist voller Überraschungen! Wir kommen aus der Stadt heraus auf einen grossen Platz. Da ist irgend ein Event mit Animateuren die mit kleinen Kindern irgendeinen Tanz machen. Es ist hönnen härzig wie die Kleinen alles mitmachen, was die Animateure machen. Dann laufen wir wieder in die Stadt hinein. Wir kommen in ein Viertel, wo alles eher etwas heruntergekommen ist, das ist jetzt wohl das jüdische Viertel (habe heute gelesen, dass dieses in keinem guten Zustand ist). Ja da steht etwas von Synagoge, das muss das sein. Beeindruckend, kommt mir vor, als wären wir in einer anderen Stadt. Wir laufen durch das Viertel durch und kommen wieder in neue Gässli und entdecken neue Kafis und Restaurants. Wir setzten uns in eines und trinken etwas. Dann laufen wir wieder durch die Gässli, es ist so schön angenehm ruhig und die Ladenbesitzer sind mal nicht so aufdringlich, herrlich! Wir entscheiden uns, mal ins Riad zu gehen und uns vor dem Znacht nochmal ein wenig auszuruhen, schliesslich sind wir jetzt fast 8 Stunden unterwegs.
Im Riad schaue ich in meinem Reiseführer, den ich von meinem lieben Bruder bekommen habe (Mersi Rubn!), ob da eine gute Restaurantempfehlung drin ist. Jap da ist eine. Feines italienisches Essen zum kleinen Preis, ds nähmemer!
Wir brechen langsam auf und machen uns auf die Suche nach diesem Reataurant. Leider habe ich keine Ahnung mehr, wie es heisst, ich habe mir nur die Strasse aufgeschrieben... Wir laufen durch enge Gässli, unserem Navi nachen. Wir finden das Restaurant aber nicht, weder links noch rechts. Nirgens ist der kleine Italiener. Wir sind echli verzweifelt und beschliessen zurück ins Riad zu gehen, um im Reiseführer noch mal den Namen nachzuschlagen. Wir laufen wieder durch die Marktgassen. An jedem Eggen ist entweder ein Brotstand, oder ein Fischstand. Beim Fisch bleibt Julien stehen. "Das isch eine!" Ich bin echli verwirrt, weil ich nicht weiss was er meint, aber da sehe ich es schon. Den Hai!! I gloubes nid. Der liegt da einfach so auf dem Boden, xeht ganz hässlech us! Wahrscheinlich haben die Leute den beim Händler ergattert und verkaufen ihn jetzt hier auf dem Märit. Aber was wosch mit däm?! Wir sind immernoch total schockiert und können uns noch immer nicht erklären, was man mit dem Ding will.
Leider sInd wir heute ziemlich spät zum Essen aufgebrochen und weil wir noch ewig nach diesem blöden Italiener gesucht haben, macht jetzt schon ein Restaurant nach dem Andere zu. Julien lässt sich wieder einmal anquatschen von so einem Dude, der hat für jedes Restaurant das passende Vistitäkärtli. Er führte uns zu einem Marokkanischen Restaurant. Das sei de mega günstig meinte der. War es auch. Aber auf der Speisekarte war leider nichts, was mich überzeugte. Die essen hier nur Tajine, diesen Eintopf. Wir sagen dem Wirt, dass wir vielleicht zurück kommen, Inshallah und cheren wieder um. Jetz war es aber wirklich schon echli spät, und jedes Resti stellt langsam die Stühle rein. Wir haben jetzt echt langsam Hunger und müssen jetzt echt mal etwas finden. Aber das ist nicht so einfach. Nach weiteren Minuten umenirren laufen wir an den FastFoodständen vorbei.. Wir müssen uns wohl mit so einem zufrieden geben. Wir bestellen nochmal eine Pizza, diese hier wird frisch gemacht und ist definitv eine der besseren Sorte! Julien findet sie zwar nicht so toll. Ja es ist echli schäbig für den letzten Abend hier in Essaouira, aber wir sind ja selber Schuld. Um dem Abend trotzdem noch einen einigermassen guten Abschluss zu geben, beschliessen wir in einer Rooftopbar noch einen Drink zu nehmen. Hier sind wahrscheinlich alle Einwohner von Essaouira und alle Turis versammelt. Hönnen viele Leute. Ich bestelle einen Essaouira Sling, irgendwas mit Himbeere und Gin. Julien bleibt seinem geliebten Gin Tonic treu. Wir setzten uns auf die höchstgelegene Terrasse und schlürfen unsere Drinks. Also ich glaube die haben den Himbeersirup mit Wassermelone verwechselt, zudem ist er eher wässerig. Wir werden langsam wieder etwas wehmütig. Wir wollen hier wirklich noch nicht weg, wir könnten gut noch einen Monat anhängen. Als wir unsere Drinks fertig haben, machen wir uns auf den Heimweg, schliesslich ist es bald Mitternacht. Da wir noch immer keinen Schlüssel von unserem Riad bekommen haben, müssen wir klopfen. Es macht aber niemand auf... Ohje. Wir klingeln mal, aber es tut sich immernoch nichts. Ohjeohje. Wo ist denn unser gardien?? Ich schlage vor, es mal im Restaurant vorne zu probieren, da brennt tatsächlich noch Licht. Wir klopfen mal. Eine Stimme hinter der Tür, macht aber nicht auf. Ehm, hallo... Mir sis.. Der Gardien macht die Tür auf und ich erkläre ihm, dass wir nicht ins Riad kommen, weil keiner aufmacht. Er kommt mit uns mit und wir merken, dass er wohl etwas beschwippst ist. Wir wissen's aber nicht. Er redet nähmlich schon immer so undeutlich und man versteht ihn wirklich nicht. Wir lachen einfach und nicken. Er macht uns auf und wir verabschieden uns von ihm. Jetzt können wir endlich ins Bett, die letzte Nacht in Essaouira ist tatsächlich gekommen. Wir sind traurig.
Morgen werden wir noch Frühstücken, dann mal packen und dann werden wir die Reise zurück nach Marrakesch antreten. Ich hoffe, es verläuft alles ohne Probleme.
Wir werden seh'n ihr werdet lesen.

Der Hafen von Essaouira


Juliens pinkes Kokosnjamnjam (Etwas bearbeitet)

Das heruntergekommene Judenviertel

Das undercoverfoto von den Haifischen (mir si immerno schockiert!)

Donnerstag, 3. November 2016

Adjeu Sidi Kaouki

Mittwoch, 2. November 2016

Da wir uns ja vorgenommen haben, heute ganz früh loszufahren, klingelte der Wecker um 5:30. uns war das aber eher egal. Wir sind wiedereinmal zu spät aufgestanden, also ja, was heisst spät, für mich war's immernoch sehr früh! Wir haben uns parat gemacht und um 7:00 sind wir mit dem Auto losgefahren, wieder Richtung Sidi Kaoki. Auf der Strasse, kurz vor Sidi Kaouki, stehen plötzlich Kamele (sind Dromedare, aber Kamel tönt besser) und sie machen keine  Wank. Als Julien um das Kamel herumfahren will, erschrickt es und läuft, wie dumm, auf unser Auto zu. Wir hätten fast ein Kamel überfahren!!! Julien hat gesehen, dass es die Vorderbeine mit einer Schnur zusammengebunden hatte, wahrscheinlich damit sie nicht davonrennen können (wäre in dieser Situation aber gut gewesen!)
Als wir am Spot ankommen, haben noch alle Restaurants geschlossen, wir müssen uns also gedulden mit dem Zmorgen essen. Wir fahren wieder an die Stelle, wo wir gestern am Schluss waren, jedoch haben wir grossen Respekt davor, mit dem Auto nochmal diesen ungeeigneten Weg herunter zu fahren. Julien ist der Meihnung, dass wenn wir noch ein bizzeli weiterfahren, wir irgendwann wieder zum Strand kommen sollten. Wir probieren's. Wir fahren und fahren, aber es sieht nicht danach aus, als würden wirs irgendwie noch an diesen Ort kommen. Wir biegen in eine Seitenstrasse ein, doch auch diese ist nicht gerade gäbig für unsere Art von Auto. Es holpert hönnen und ich habe Angst, dass der Charren bald auseinander fällt. Ohje mine! Als wir da so durchs Nirgendwo fahren, merken wir, dass das wohl nichts mehr wird... Wir müssen umkehren. Auch nicht gerade eine leichte Aufgabe auf diesem steinigen Untergrund. Wir schaffen es dann doch und fahren wieder zurück, an den Anfang des kleinen Dorfes. Wir stellen das Auto ab und Julien geht vorne zum Strand, die Wellen abchecken. Ich bin immernoch Hundemüde! Schliesslich brauche ich viel Schlaf und den habe ich letzte Nacht nicht gerade bekommen. Ich bleibe im Auto, mache es mir so gemütlich wie ich kann, schliesse meine Augen und schlafe nochmal eine Runde. Als ich wieder aufwache ist Julien immernoch nicht zurück! Was macht dä?! Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiss, ob er die Felsen abengeheit ist, oder ob er entführt wurde, ich kann ihm ja auch nicht anlüten, weil er ja kein Telefon mehr hat. Ich muss also warten. Nach einigen Minuten kommt er seelenruhig von Richtung Meer geschlendert. Wir sehen, dass ein Kafi offen hat und beschliessen, dort zu frühstücken. Hinter uns sitzt eine deutsche Turi"Familie" die Konstellation haben wir nicht herausgefunden. Die schaffen es doch tatsächlich, einem den letzten Nerv zu rauben! Immer wenn der Kellner etwas bringt, bestellen sie noch etwas anderes. Kaffe, Espresso, Früchte, mehr Brot was weiss ich! Di si müehsam gopferdeli! Endlich komnt der Kellner auch mal zu uns. Wir bestellen das Zmorge und müssen wieder einige Zeit warten, da die netten Deutschen wieder etwas gefunden haben, was ihnen noch fehlt! Dazu kommt noch, dass die Tochter eine kleine streunende Katze (sieht echli verhutzlet aus) auf ihren schoos nimmt! Am Tisch! Die Mutter (oder einfach eine der beiden Frauen) meckert, doch es ist ihr egal. Okay. Wir bekommen unser Zmorge und schlagen zu, diesmal bestellen wir Brot nachen, schlimmer als die Deutschen können wir ja nicht sein, immerhin warten wir, bis wir etwas fertig haben. Dann entscheiden wir uns, es doch nochmal zu riskieren, diesen halsbrecherischen Weg herunterzufahren. Gesagt, getan. Es ist wirklich nicht so gäbig, wir stossen unten wieder an, naja. Unten am Strand zwängt sich Julien in seinen Wetsuit, packt sein Surfbrett und marschiert los. Ich mache es mir wieder gemütlich auf meinem Tüechli und hole nochmal echli Schlaf nach. Ich geniesse die Wärme der Sonne sehr, aber irgendwann brennts scho grad echli. Julien kommt aus dem Wasser und leistet mir Gesellschaft.
Wir machen Fotosessions, müssen wir ja, bei diesem tollen Anblick des Meeres und dem meilenweiten Strand. Julien hat heiss und beschliesst, sich eine kühle Grube zu buddeln. Er buddelt, bis er darin Platz hat. Naja. Der Sand ist zwar kühl, aber Schatten spendet sie nicht wirklich. Ich grabe ihn ein. Das sieht lustig aus. Unter dem feinen Sand hat es irgendwie noch schwarzen Sand, der bleibt immer kleben. Als ich ihn wieder ausbuddle, ist er ganz schwarz von diesen Sandpartikeln. Faszinierend! Jetzt müssen wir aber ins Wasser, denn 1. war das eine ziemlich sandige Angelegenheit und 2. ist es uhueren heiss gopf! Sogar der Sand wird labgsam unerträglich! Im Wasser plantschen wir und tauchen unter den Wellen durch, es ist zwar am Anfang mega kalt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ausser Puste gehen wir wieder raus und beschliessen, uns bald mal auf den Heimweg zu machen, dass wir noch die Stadt besichtigen können. Wir machen nochmal viele Fotos und blödelen umen. Dann wird es wirklich langsam ultra heiss und wir machen uns auf den Weg zum Auto. Unterwegs sehen wir immerwieder Kamele (eigentlich Dromedare) mit zusammengebundenen Vorderbeinen, ds isch hönne fies!
Zurück im Riad schmeissen wir uns unter die Dusche und chillen dann eine Runde. Dann machen wir uns parat für in die Stadt. Wir laufen durch die Gässli, da wird Julien von einem Ladenbesitzer angequatscht und macht wieder den Fehler, dass er stehen bleibt. Ich laufe extra weiter, dann ist Julien in seinem Laden verschwunden. Na toll. Ich warte ein par Meter vorne dran, damit ich nicht auch noch hinein muss. Plötzlich quatscht mich der Dude vom Laden nebendrann, ein Gewürzladen, an. Ob ich koche? Nenei i choche nid, ich versuche ihn abzuwimmeln. Ohne Erfolg. Ich muss in seinen Laden und er zeigt mir verschiedene Gewürze, die schmöcke ja scho no guet, aber was wotti mit dene?! Dann zeigt er mir noch eine Berberische Teemischung. Ich tue immer so, als kannte ich schon alles, damit er mich gehen lässt. Dann gibt er mir noch Eukalyptus Kristalle zum dran schmöcken, hönnen intensiv! Steigt mir grad in die Augen! Ich schaffe es dann, mich irgendwie loszureissen und gehe mal schauen, wo dieser Julien wieder bleibt gopf! Er hockt jetzt in dem Laden am Tisch. Ernsthaft?! "Chum, mir trinke ize no chli Tee" Neii!!! I wett nid! Ich komme dann doch nicht drum herum, mit dem Dude noch Tee zu trinken. Mann! Er ist mega nett und Julien kauft sogar etwas. Wir plaudern echli mit ihm und er schlägt uns noch vor, dass wenn wir Lust haben, er für uns eine Saharatour mit Kamelen organisieren würde (er kommt von der Sahara und hat wohl connections) ist ja schon noch verlockend, aber ich möchte eigentlich einfach gehen und etwas essen. Wir verabschieden uns dann endlich. Dann laufen wir aus dem Laden und schon kommt der Gewürzedude wieder, wir sollen nochmal schauen. Aaaah gopf! Dehaut! Er fragt uns, ob wir den Berbertee kennen und wir sagen einfach beide Ja. Er hat uns aber durchaut und sagt, er wolle mit uns einen Tee trinken. Nid dä oh no gopf! Er holt heisses Wasser und macht den Tee grad vor Ort mit seinen Gewürzen. Thymian, Änis, Ingwer, Minze, Rosen, Süssholz, Rosmarin, Verveine und was weiss ich noch alles. Der Tee ist wirklich hönnen fein und dann tut er nur seinen Finger am Rand vom Eukalyptus Kristall tupfen und das dann in den Tee, das ist hönnen intensiv und ich bin richtig beeindruckt! Es brönnt richtig in der Nase und in den Augen. Ich möchte chli von der Mischung kaufen. Er setzt die Mischung aber extra neu für uns zusammen, von Allem echli zu viel, oh mann. Und noch echli Eukalyptus. Wir zahlen (wahrscheinlich zu viel, aber egal) und gehen endlich weiter. Darf me ds überhoupt id Schwiz näh? Ke Ahnig! Ratschläge zum Transport nehmen wir gerne entgegen!
Wir gehen weiter und schlendern wieder einfach nur durch die Marktgassen, davon kann man nie genug kriegen. Geld haben wir nicht mehr viel dabei, denn wir haben ja beide viel zu viel für unsere Waren bei den Dudes gezahlt. Wir suchen eine günstige Essmöglichkeit und entscheiden uns für ein Restaurant ganz in der Nähe von unserem Riad. Wir haben wiedermal Lust auf eine Pizza. Ich nehme Margherita und Julien Toscane. Die Pizza ist nicht so fein, keine Tomatensauce, nur Käse. Undefinierbar, wohl eher so eine möchtegern Tiefkühlpizza. Ach mann! Egal, wir haben wenigstens etwas gegessen. Ob wir's bereuen werden, sehen wir morgen.
Morgen wollen wir mal in die Peugeot Garage, um uns endlich ums Lämpli zu kümmern. Wird langsam Zeit! Dann wollen wir das Auto langsam mal wieder putzen und usenstaubsugen und und und.
Julien will morgen früh raus, damit er ein paar Fotos schiessen kann. Ich werde eher ausschlafe n, oder gehe ich doch mit? Wir werden seh'n ihr werdet lesen.

P.S. Die Blogs können nun etwas verspätet kommen, denn ich habe keine Internetdaten mehr und es lohnt sich nicht, für 2 Tage nochmal nachzulösen. Also seid geduldig. ;)

Julien wurde eingebuddelt

Sieht kuul aus mit diesem schwarzen Sand

Fotosession

Dienstag, 1. November 2016

Sidi Kaouki, ein Paradies

Dienstag, 1. November 2016

Heute haben wir uns früh (zu früh für mich, zu spät für Julien) auf den Weg nach Sidi Kaouki gemacht. Zuerst mussten wir aber für mich ein Brett mieten. Da wir nicht genau wussten wo, sind wir mal echli umengeirrt. Google Maps zeigt Surfshops an, die gar nicht existieren, von wegen "Google is your friend"! Als wir die Surfshops endlich gefunden haben, gehen wir in den Ersten rein. Sieht ziemlich professionell aus hier... Hmm... Ich sage, dass ich gerne ein Brett mieten möchte. Der Typ verweist mich an eine Frau, welche mich dann an einen andere Typen weiterverweist. Ich muss so einen Fötzel ausfüllen (hani no nie müsse..), dann meinen Führerausweis als Depot hinterlegen und jetzt die Preise: 250 Dirham pro Tag!!!! In Taghazout haben wir 70-80 Dirham gezahlt, PRO TAG!! Riesen Abzocke! Ich entscheide mich, noch weiter zu schauen, vielleicht ist's ja irgendwo günstiger. Wir gehen in den nächsten Shop. Hier frage ich zuerst nach dem Preis. 220 Dirham, ja gut, günstiger, aber immernoch hönnen teuer! Ich bin der Meihnung, dass es sich nicht lohnt, so viel zu zahlen, wenn ich nachher nur eine Stunde im Wasser bin. Wir beschliessen, am Surfspot selber noch zu schauen, ob man ein Brett mieten kann. Wir fahren also los. In Sidi Kaouki angekommen, bin ich erst mal überwältigt! Strahlender Sonnenschein, türkises Meer und blauer Himmel, ein Paradies! Wir haben noch nicht's gegessen, deshalb wollen wir in einem Café erst mal etwas zmörgelen. Es geht mal ewig bis der Kellner kommt, dann geht es ewig bis er die Bestellung aufnimmt. Ich muss glaube ich nicht sagen, wie lange es ging, bis unser Zmorge kam... EWIG! Zudem haben wir noch zu wenig Brot bekommen, wir hatten Hunger! Die Aussicht von der Terrasse ist aber unglaublich schön! Wir zahlen und machen uns dran, für mich ein Brett zu finden. Wir gehen extra in einen kleine  Surfshop, weil wir denken, dass es dort günstiger ist. Ist es auch! 100 Dirham zahlen wir fürs Brett und den Wetsuit. Diesmal will ich nicht nochmal den Fehler machen und einen zu grossen Neopren nehmen, deshalb probiere ich ihn direkt vor Ort an. Er passt einigermassen und wir machan uns auf den Weg ins Wasser. Die Einheimischen jagen mit ihren Gaulen den Strand entlang und setzten sich richtig in Szene. Kamele hat es auch (oder Dromedar, was weiss ich). Mit dene kann man eine Tour am Strand machen.
Heute klappt's schon besser als das letzte Mal. Die Wellen brechen aber so schnell und strak, dass ich schon ausser Puste bin, bevor ich angefangen habe, zu paddeln! Julien ist weiter raus. Mich spühlts immer mehr in Richtung Strand und als ich keine Lust mehr habe, gehe ich aus dem Wasser. Ich lege mein Tüechli auf so eine Liege die da so am Strand umenstehen, dann gehe ich noch ins Auto und hole mein Buch. Als ich wieder bei der Liege ankomme, kommt schon wieder so ein altes Manndli angerauscht und fragt, ob ich die Liege mieten möchte. Aso hie isch ja wük oh GAR NÜT meh gratis he! Ich entscheide mich dagegen und lege mein Tüechli einfach in den Sand. Beleidigt trottet er ab. Ich ziehe mal meinen Wetsuit aus, möglichst so, dass er nicht gerade voll Sand ist. Gelingt mir sogar ganz gut. Dann setzte ich mich auf mein Tüechli und geniesse die Sonne. Julien kommt auch irgendwann mal aus dem Wasser, für ihn war's jetzt auch nicht so der Wahnsinn. Naja. Wir blödelen da noch ein wenig im Sand umen, beobachten die Leute am Strand und im Wasser, studieren die Kamele und geniessen die Sonne. Lustige Fiecher diese Kamele, der Besitzer befiehlt ihnen, sich hinzulegen und verschwindet dann. Die Tiere bleiben einfach an Ort und Stelle liegen, obwohl sie weglaufen könnten. Faszinierend! Später fragen uns zwei Turi Dudes, ob wir noch die nächste halbe Stunde hier seien, sie wollen etwas zu Essen holen und wir sollen doch bitte ein Auge auf ihren Surfstuff legen. Wir als anständige Schweizer machen das natürlich! Ich lese und gehe ab und zu mal ins Wasser, um mich abzukühlen. Julien schläft. Weil ich so eine tolle, fürsorgliche Freundin bin, crème ich ihm sogar die Ohren ein und erinnere ihn mehrmals daran, dass er sich noch ganz eincrèmen sollte (er hat sich das Gesicht verbrannt, an mir lag's nicht!). Als die Dudes nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zurück kommen (heute fühlt sich alles so ewig an!), beschliessen wir, dass wir trotzdem noch es bizzeli weiter fahren, um zu sehen, wie's dort ist. Wir packen unser Bagage zusammen als plötzlich ein Güetziverkäufer kommt. Julien, weil er so verfressen ist, hat sofort Interesse. Er will uns immer Happy-Cake andrehen. Ehm, nenei mersi isch grad guet. "Mabey tomorrow" jaja, eh nei äue oh nid. Wir kaufen Güezi, bringen mein Brett zurück und fahren los. Wir haben den Schleichweg schon wieder verpasst, wir müssen umdräihen. Dieser Weg ist definitiv NICHT für unser Auto gemacht, viel zu stotzig. Wir fahren trotzdem aben, aus welchem Grund auch immer. Unten erwartet uns ein Menschenleerer Stand mit schönem Sand! Hier kommen wir morgen grad nochmal hin! Hönnen schön! Nach etwa einer halben Stunde und 300 Fotos mehr, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Den Schotterweg kommen wir nur dank Juliens Fahrkünsten wieder hoch, die Räder haben sogar gespuhlt. Ich bin wieder so müde, dass mir im Auto immerwieder die Augen zufallen und ich wegdöse.
In Essaouira checken wir noch schnell den Strand, geht so. Wir gehen zurück ins Riad duschen und machen uns parat, um noch etwas in den Strassen umenzulaufen. Wir haben eine bessere Zeit verwütscht als gestern, es ist noch feih echli etwas los in den Strassen. Die Einheimischen legen den frischen Fisch aus und alle fahren voll drauf ab. Beeindruckend. Wir halten immer ein wenig Ausschau nach Restaurants, denn schliesslich müssen wir ja auch mal noch was essen. Als wir langsam wirklich Hunger bekommen, entscheiden wir uns für ein Restaurant "La petite Perle". Julien betstellt Tajine mit Poulet und ich eine Omelette mit Fleisch. Die hatte zu wenig Salz. Echli fad. Es kommen immer mehr Leute in dieses Restaurant, sogar eine 15 Köpfige Turigruppe. Sie sprechen italienisch und sie nerfen mich jetzt schon. Wir zahlen und machen uns auf den Heimweg. Unterwegs essen wir noch eine Gelati, die unsere Vorstellungen aber leider nicht wirklich erfüllt. Echli zviu Iis, chli zweni Gschmack.
Zurück im Riad müssen wir schon bald mal schlafen, denn Julien will morgen um 6:30 (!!!!!) losfahren! Däm hackts doch!
Morgen will ich kein Brett mieten, ich will einfach nur den Strand geniessen und mich erholen. Gut, vielleicht glustets mich ja doch noch zu surfen. Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.

Die Aussicht vom Kafi aus

Kamele machen es sich direkt vor uns gemütlich, ganz alleine.

Der schöne, leere Strand

Die Aussicht von unserer Dachterrasse im Riad

Die Marktgassen