Mittwoch, 2. November 2016
Da wir uns ja vorgenommen haben, heute ganz früh loszufahren, klingelte der Wecker um 5:30. uns war das aber eher egal. Wir sind wiedereinmal zu spät aufgestanden, also ja, was heisst spät, für mich war's immernoch sehr früh! Wir haben uns parat gemacht und um 7:00 sind wir mit dem Auto losgefahren, wieder Richtung Sidi Kaoki. Auf der Strasse, kurz vor Sidi Kaouki, stehen plötzlich Kamele (sind Dromedare, aber Kamel tönt besser) und sie machen keine Wank. Als Julien um das Kamel herumfahren will, erschrickt es und läuft, wie dumm, auf unser Auto zu. Wir hätten fast ein Kamel überfahren!!! Julien hat gesehen, dass es die Vorderbeine mit einer Schnur zusammengebunden hatte, wahrscheinlich damit sie nicht davonrennen können (wäre in dieser Situation aber gut gewesen!)
Als wir am Spot ankommen, haben noch alle Restaurants geschlossen, wir müssen uns also gedulden mit dem Zmorgen essen. Wir fahren wieder an die Stelle, wo wir gestern am Schluss waren, jedoch haben wir grossen Respekt davor, mit dem Auto nochmal diesen ungeeigneten Weg herunter zu fahren. Julien ist der Meihnung, dass wenn wir noch ein bizzeli weiterfahren, wir irgendwann wieder zum Strand kommen sollten. Wir probieren's. Wir fahren und fahren, aber es sieht nicht danach aus, als würden wirs irgendwie noch an diesen Ort kommen. Wir biegen in eine Seitenstrasse ein, doch auch diese ist nicht gerade gäbig für unsere Art von Auto. Es holpert hönnen und ich habe Angst, dass der Charren bald auseinander fällt. Ohje mine! Als wir da so durchs Nirgendwo fahren, merken wir, dass das wohl nichts mehr wird... Wir müssen umkehren. Auch nicht gerade eine leichte Aufgabe auf diesem steinigen Untergrund. Wir schaffen es dann doch und fahren wieder zurück, an den Anfang des kleinen Dorfes. Wir stellen das Auto ab und Julien geht vorne zum Strand, die Wellen abchecken. Ich bin immernoch Hundemüde! Schliesslich brauche ich viel Schlaf und den habe ich letzte Nacht nicht gerade bekommen. Ich bleibe im Auto, mache es mir so gemütlich wie ich kann, schliesse meine Augen und schlafe nochmal eine Runde. Als ich wieder aufwache ist Julien immernoch nicht zurück! Was macht dä?! Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiss, ob er die Felsen abengeheit ist, oder ob er entführt wurde, ich kann ihm ja auch nicht anlüten, weil er ja kein Telefon mehr hat. Ich muss also warten. Nach einigen Minuten kommt er seelenruhig von Richtung Meer geschlendert. Wir sehen, dass ein Kafi offen hat und beschliessen, dort zu frühstücken. Hinter uns sitzt eine deutsche Turi"Familie" die Konstellation haben wir nicht herausgefunden. Die schaffen es doch tatsächlich, einem den letzten Nerv zu rauben! Immer wenn der Kellner etwas bringt, bestellen sie noch etwas anderes. Kaffe, Espresso, Früchte, mehr Brot was weiss ich! Di si müehsam gopferdeli! Endlich komnt der Kellner auch mal zu uns. Wir bestellen das Zmorge und müssen wieder einige Zeit warten, da die netten Deutschen wieder etwas gefunden haben, was ihnen noch fehlt! Dazu kommt noch, dass die Tochter eine kleine streunende Katze (sieht echli verhutzlet aus) auf ihren schoos nimmt! Am Tisch! Die Mutter (oder einfach eine der beiden Frauen) meckert, doch es ist ihr egal. Okay. Wir bekommen unser Zmorge und schlagen zu, diesmal bestellen wir Brot nachen, schlimmer als die Deutschen können wir ja nicht sein, immerhin warten wir, bis wir etwas fertig haben. Dann entscheiden wir uns, es doch nochmal zu riskieren, diesen halsbrecherischen Weg herunterzufahren. Gesagt, getan. Es ist wirklich nicht so gäbig, wir stossen unten wieder an, naja. Unten am Strand zwängt sich Julien in seinen Wetsuit, packt sein Surfbrett und marschiert los. Ich mache es mir wieder gemütlich auf meinem Tüechli und hole nochmal echli Schlaf nach. Ich geniesse die Wärme der Sonne sehr, aber irgendwann brennts scho grad echli. Julien kommt aus dem Wasser und leistet mir Gesellschaft.
Wir machen Fotosessions, müssen wir ja, bei diesem tollen Anblick des Meeres und dem meilenweiten Strand. Julien hat heiss und beschliesst, sich eine kühle Grube zu buddeln. Er buddelt, bis er darin Platz hat. Naja. Der Sand ist zwar kühl, aber Schatten spendet sie nicht wirklich. Ich grabe ihn ein. Das sieht lustig aus. Unter dem feinen Sand hat es irgendwie noch schwarzen Sand, der bleibt immer kleben. Als ich ihn wieder ausbuddle, ist er ganz schwarz von diesen Sandpartikeln. Faszinierend! Jetzt müssen wir aber ins Wasser, denn 1. war das eine ziemlich sandige Angelegenheit und 2. ist es uhueren heiss gopf! Sogar der Sand wird labgsam unerträglich! Im Wasser plantschen wir und tauchen unter den Wellen durch, es ist zwar am Anfang mega kalt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ausser Puste gehen wir wieder raus und beschliessen, uns bald mal auf den Heimweg zu machen, dass wir noch die Stadt besichtigen können. Wir machen nochmal viele Fotos und blödelen umen. Dann wird es wirklich langsam ultra heiss und wir machen uns auf den Weg zum Auto. Unterwegs sehen wir immerwieder Kamele (eigentlich Dromedare) mit zusammengebundenen Vorderbeinen, ds isch hönne fies!
Zurück im Riad schmeissen wir uns unter die Dusche und chillen dann eine Runde. Dann machen wir uns parat für in die Stadt. Wir laufen durch die Gässli, da wird Julien von einem Ladenbesitzer angequatscht und macht wieder den Fehler, dass er stehen bleibt. Ich laufe extra weiter, dann ist Julien in seinem Laden verschwunden. Na toll. Ich warte ein par Meter vorne dran, damit ich nicht auch noch hinein muss. Plötzlich quatscht mich der Dude vom Laden nebendrann, ein Gewürzladen, an. Ob ich koche? Nenei i choche nid, ich versuche ihn abzuwimmeln. Ohne Erfolg. Ich muss in seinen Laden und er zeigt mir verschiedene Gewürze, die schmöcke ja scho no guet, aber was wotti mit dene?! Dann zeigt er mir noch eine Berberische Teemischung. Ich tue immer so, als kannte ich schon alles, damit er mich gehen lässt. Dann gibt er mir noch Eukalyptus Kristalle zum dran schmöcken, hönnen intensiv! Steigt mir grad in die Augen! Ich schaffe es dann, mich irgendwie loszureissen und gehe mal schauen, wo dieser Julien wieder bleibt gopf! Er hockt jetzt in dem Laden am Tisch. Ernsthaft?! "Chum, mir trinke ize no chli Tee" Neii!!! I wett nid! Ich komme dann doch nicht drum herum, mit dem Dude noch Tee zu trinken. Mann! Er ist mega nett und Julien kauft sogar etwas. Wir plaudern echli mit ihm und er schlägt uns noch vor, dass wenn wir Lust haben, er für uns eine Saharatour mit Kamelen organisieren würde (er kommt von der Sahara und hat wohl connections) ist ja schon noch verlockend, aber ich möchte eigentlich einfach gehen und etwas essen. Wir verabschieden uns dann endlich. Dann laufen wir aus dem Laden und schon kommt der Gewürzedude wieder, wir sollen nochmal schauen. Aaaah gopf! Dehaut! Er fragt uns, ob wir den Berbertee kennen und wir sagen einfach beide Ja. Er hat uns aber durchaut und sagt, er wolle mit uns einen Tee trinken. Nid dä oh no gopf! Er holt heisses Wasser und macht den Tee grad vor Ort mit seinen Gewürzen. Thymian, Änis, Ingwer, Minze, Rosen, Süssholz, Rosmarin, Verveine und was weiss ich noch alles. Der Tee ist wirklich hönnen fein und dann tut er nur seinen Finger am Rand vom Eukalyptus Kristall tupfen und das dann in den Tee, das ist hönnen intensiv und ich bin richtig beeindruckt! Es brönnt richtig in der Nase und in den Augen. Ich möchte chli von der Mischung kaufen. Er setzt die Mischung aber extra neu für uns zusammen, von Allem echli zu viel, oh mann. Und noch echli Eukalyptus. Wir zahlen (wahrscheinlich zu viel, aber egal) und gehen endlich weiter. Darf me ds überhoupt id Schwiz näh? Ke Ahnig! Ratschläge zum Transport nehmen wir gerne entgegen!
Wir gehen weiter und schlendern wieder einfach nur durch die Marktgassen, davon kann man nie genug kriegen. Geld haben wir nicht mehr viel dabei, denn wir haben ja beide viel zu viel für unsere Waren bei den Dudes gezahlt. Wir suchen eine günstige Essmöglichkeit und entscheiden uns für ein Restaurant ganz in der Nähe von unserem Riad. Wir haben wiedermal Lust auf eine Pizza. Ich nehme Margherita und Julien Toscane. Die Pizza ist nicht so fein, keine Tomatensauce, nur Käse. Undefinierbar, wohl eher so eine möchtegern Tiefkühlpizza. Ach mann! Egal, wir haben wenigstens etwas gegessen. Ob wir's bereuen werden, sehen wir morgen.
Morgen wollen wir mal in die Peugeot Garage, um uns endlich ums Lämpli zu kümmern. Wird langsam Zeit! Dann wollen wir das Auto langsam mal wieder putzen und usenstaubsugen und und und.
Julien will morgen früh raus, damit er ein paar Fotos schiessen kann. Ich werde eher ausschlafe n, oder gehe ich doch mit? Wir werden seh'n ihr werdet lesen.
P.S. Die Blogs können nun etwas verspätet kommen, denn ich habe keine Internetdaten mehr und es lohnt sich nicht, für 2 Tage nochmal nachzulösen. Also seid geduldig. ;)
Sieht kuul aus mit diesem schwarzen Sand




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