Donnerstag, 3. November 2016
Heute durfte ich endlich mal wieder etwas ausschlafen! Das tut gut! Julien ist doch nicht früh aufgestanden um zu fötelen.
Wir stehen mal auf und wollen etwas Zmorgen essen. Wir irren erstmal noch echli umen, weil wir nicht genau wissen wo wir essen wollen. Dann entscheiden wir uns einfach mal für das Kafi neben dem Restaurant wo wir gestern die schlechte Pizza gegessen haben. Wir bestellen ein Zmorge, aber die Bedienung ist wohl heute nicht so gut drauf. Er schmeisst mir meinen Tee regelrecht hin, dass er ausleer, Brot bekommen wir zwar en masse, aber so wenig Butter, dass man damit nichtmal zwei Brote schmieren könnte. Wir bekommen noch so eine Art Fladenbrot. Aso chli fründlecher chönnte sie scho si he! Wir zmörgelen und ich suche mal die Garage für unser Auto heraus. Nur 5min entfernt, gäbig! Wir zmörgelen fertig und machen uns dann auf den Weg zu unserem Auto. Gestern hat uns ein Typ vom Parkplatz gefragt, ob wir unser Auto putzen lassen wollen. Es war wirklich nötig und er versprach uns, heute sähe es aus wie neu. Gestern am späten Abend war's eher ein Gschmier und darum waren wir jetzt umso gespannter, obs doch noch richtig geputzt wurde. Ich erkenne unser Auto kaum mehr! Es glänzt richtig und ist blitze blank sauber! Yess!! Etwas weniger um was wir uns kümmern müssen, jetzt müssen wir nur noch von Innen putzen. Wir fahren mal zu dieser Garage, also bzw, sieht es eher aus, wie ein Autohaus... Wir gehen mal rein und ich erkläre der Dame, was unser Problem ist. Sie hilft uns weiter, indem sie uns zum Service vis-à-vis verweist. Also, machen wir doch. Wir stellen das Auto ab und stoglen mal in diese Garage rein. Ich frage den Typ, ob er englisch kann, nur schwach. Er holt einen Anderen und ich erkläre auch ihm wieder unser Problem. Er weiss sofort was ich meine. Er sagt uns, dass dies nichts tragisches sein wird, wohl nur eine Störung der Elektronik. Um herauszufinden was es ist, müsste man das Auto an den Computer anschliessen, das wussten wir bereits. Die haben aber keinen Computer für Peugeot, nur Renault und Dacia. Tja. Er sagt uns, es sei ein bekanntes Problem und wir können ohne Weiteres nach Marrakesch fahren. Ja nei so toll! Er sagt auch, dass sobald das Lämpli rot wird, wir das Auto sofort anhalten müssen. Okay, es ist ja nicht rot. Erleichtert bedanken wir uns, und machen uns wieder auf den Weg zurück in die Medina. Unterwegs wollen wir eigentlich noch das Auto usenstaubsaugen, aber wir finden grad keine Anlage. Machen wir's halt morgen auf dem Weg. Ich suche aus den Mietpapieren vom Auto noch eine Telefonnummer und eine email adresse heraus. Wir haben beschlossen, Herzt zuerst mal per Mail zu informieren, dass unser Auto ein Problem mit der Elektronik hat. Wenn sie sich bis morgen früh nicht gemeldet haben, rufen wir sie halt noch an. Zurück in der Medina, schlendern wir wieder durch die Gassen. Ein Verkäufer quatscht mich an und fragt, woher ich mein Jäggli habe. Ehm.. Von New York (ist glaube ich von Paris), ah ob er mal die Qualität begutachten kann. Ich trete einen Schritt näher und er schaut es an. Ah ja sehr schön, wie viel ich denn dafür gezahlt habe in New York. Ke ahnig 70$ viellech, isch ds wichtig? Dann labert er etwas, dass viele Leute interessiert sind blabla und dann machen wir wieder den Fehler, dass wir auf die Frage: "do you know 'blablabla'?" Mit Nein antworten. Schon bittet er uns in seinen Laden. Er zeigt uns die Kleider (wow, chani leider nid bruuche mersi) und dann bittet er uns Platz zu nehmen, oh mann! Nid scho wieder! Es ist aber noch spannend, mit ihm zu quatschen. Er erzählt von seiner Familie, dass er in Asien gelebt hat, er spricht 6 Sprachen, und dann redet er noch über Freundschaften und wie Beziehungen funktionieren und so weiter und so fort. Er will uns Tee anbieten, aber wir winken dankend ab, mir wüsse wie ds usechunnt. Er zeigt mir noch Schmuck (ganz und gar nid mi Stil!) und will uns noch zum Essen bei sich einladen. Die Leute hier sind wirklich extrem herzlich und sie wollen dir immer etwas Gutes tun, aber wir wissen nicht so recht, ob sie dies mit einem Hintergedanken tun... Jaja mir luege, mir wüsse ni obmer da si hüt, Inshallah (heisst so viel wie: "Wenn Gott will"). Also, wir schaffen es ohne etwas zu kaufen aus dem Laden zu fliehen. Jetzt dürfen wir einfach nicht mehr an ihm vorbei laufen, die zweite Strasse die nun Tabu ist (die von Gestern können wir auch nicht mehr betreten!). Wir wollen mal wieder etwas essen und laufen und laufen, an vielen Restaurants vorbei und wir können uns einfach nicht wirklich entscheiden. Dann entscheiden wir uns doch noch für eines. Ich bestelle Omelette au fromage und Julien Omelette Berbere. Wir essen und trinken dazu Thé à la Menthe, mann den werde ich vermissen! Obwohl, ich hab ja jetzt einen Siech voll Blettli und Holz und Blüten für diesen Berber Tee. Aber trotzdem, die herzigen Kännli und verzierten Gläser werden mir fehlen.
Wir laufen und laufen weiter durch die Gässli und entdecken immer wieder neue Ecken. Dann will ich unbedingt noch in soeine Pâtisserie, die sehen sooo gut aus hier! Die ist hönnen schön! Und hier werden wir morgen cho zmörgelen! Ich freue mich! Ich nehme eine Art Cremeschnitte und Julien etwas Pinkes mit Kokossträuseln. Wir wollen uns beim Hafen ein gemütliches Plätzli suchen. Kurz vor dem Hafen bleibt Julien schockiert stehen. "Lug mau da links!" Eine Gruppe Turis steht im Eingang von einer grossen Halle. Xeht us aus wär hie dr Fischmärit he? "Nei! Lug gnau! Xeht us aus wäre ds verdammti Haifische!!!" Ich schaue genauer und tatsächlich!!! Hunderte von toten Haifischen liegen ausgenommen und blutig auf dem Boden! I BI SCHOCKIERT! Die Turis werden von einem der Arbeiter freudlich herusgebittet. Wir stehen wie angewurzelt und Julien schiesst ein undercoverfoto. Ds darf doch nid wahr si! Isch ds überhoupt legal? Was mache die när mit dene?? Etwas perplex und auch ein wenig angewiedert laufen wir weiter in den Hafen. Faszinierend wie hier die hundert kleinen Fischerboote im Wasser dümpeln und die Fischer ihre Netze säubern. Aber der Geruch, an das kann ich mich nicht gewöhnen! Es fischelet nidmau meh, es ist wirklich himmelelend und mir wird fast echli schlecht. Wir gehen weiter Richtung Strandpromenade und setzten uns dort auf ein Bänkli und essen unser Gebäck! MMMHHH IST DAS GUT!!! Etwas Caramelgeschmack! Hönnen süess, aber hönnen fein!!! Julien seins sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch mega fein, Kokos. Wir gehen wieder ins Stadtinnere und laufen wieder an der Halle mit den Haifischen vorbei. Jetzt sind sie gerade dabei, die Fische aus der Halle zu zerren und zu verladen, noch ein undercoverfoto (die Leute haben es hier in Marokko nicht so gern, wenn man alles fotografiert). Wir sind immernoch schockiert und fragen uns immernoch, ob das wirklich legal ist.
Wir gehen durch ein uns noch nicht bekanntes Gässli und kommen an ganz andere Orte. Der Stadtmauer entlang schlendern wir an den kleinen Läden vorbei. Hier will dich nicht grad jeder in seine Laden inenschrissen, deshalb gefällt es uns hier sehr gut. Wir laufen einfach immer weiter und entdecken schon wieder neue Ecken in dieser Stadt, sie ist voller Überraschungen! Wir kommen aus der Stadt heraus auf einen grossen Platz. Da ist irgend ein Event mit Animateuren die mit kleinen Kindern irgendeinen Tanz machen. Es ist hönnen härzig wie die Kleinen alles mitmachen, was die Animateure machen. Dann laufen wir wieder in die Stadt hinein. Wir kommen in ein Viertel, wo alles eher etwas heruntergekommen ist, das ist jetzt wohl das jüdische Viertel (habe heute gelesen, dass dieses in keinem guten Zustand ist). Ja da steht etwas von Synagoge, das muss das sein. Beeindruckend, kommt mir vor, als wären wir in einer anderen Stadt. Wir laufen durch das Viertel durch und kommen wieder in neue Gässli und entdecken neue Kafis und Restaurants. Wir setzten uns in eines und trinken etwas. Dann laufen wir wieder durch die Gässli, es ist so schön angenehm ruhig und die Ladenbesitzer sind mal nicht so aufdringlich, herrlich! Wir entscheiden uns, mal ins Riad zu gehen und uns vor dem Znacht nochmal ein wenig auszuruhen, schliesslich sind wir jetzt fast 8 Stunden unterwegs.
Im Riad schaue ich in meinem Reiseführer, den ich von meinem lieben Bruder bekommen habe (Mersi Rubn!), ob da eine gute Restaurantempfehlung drin ist. Jap da ist eine. Feines italienisches Essen zum kleinen Preis, ds nähmemer!
Wir brechen langsam auf und machen uns auf die Suche nach diesem Reataurant. Leider habe ich keine Ahnung mehr, wie es heisst, ich habe mir nur die Strasse aufgeschrieben... Wir laufen durch enge Gässli, unserem Navi nachen. Wir finden das Restaurant aber nicht, weder links noch rechts. Nirgens ist der kleine Italiener. Wir sind echli verzweifelt und beschliessen zurück ins Riad zu gehen, um im Reiseführer noch mal den Namen nachzuschlagen. Wir laufen wieder durch die Marktgassen. An jedem Eggen ist entweder ein Brotstand, oder ein Fischstand. Beim Fisch bleibt Julien stehen. "Das isch eine!" Ich bin echli verwirrt, weil ich nicht weiss was er meint, aber da sehe ich es schon. Den Hai!! I gloubes nid. Der liegt da einfach so auf dem Boden, xeht ganz hässlech us! Wahrscheinlich haben die Leute den beim Händler ergattert und verkaufen ihn jetzt hier auf dem Märit. Aber was wosch mit däm?! Wir sind immernoch total schockiert und können uns noch immer nicht erklären, was man mit dem Ding will.
Leider sInd wir heute ziemlich spät zum Essen aufgebrochen und weil wir noch ewig nach diesem blöden Italiener gesucht haben, macht jetzt schon ein Restaurant nach dem Andere zu. Julien lässt sich wieder einmal anquatschen von so einem Dude, der hat für jedes Restaurant das passende Vistitäkärtli. Er führte uns zu einem Marokkanischen Restaurant. Das sei de mega günstig meinte der. War es auch. Aber auf der Speisekarte war leider nichts, was mich überzeugte. Die essen hier nur Tajine, diesen Eintopf. Wir sagen dem Wirt, dass wir vielleicht zurück kommen, Inshallah und cheren wieder um. Jetz war es aber wirklich schon echli spät, und jedes Resti stellt langsam die Stühle rein. Wir haben jetzt echt langsam Hunger und müssen jetzt echt mal etwas finden. Aber das ist nicht so einfach. Nach weiteren Minuten umenirren laufen wir an den FastFoodständen vorbei.. Wir müssen uns wohl mit so einem zufrieden geben. Wir bestellen nochmal eine Pizza, diese hier wird frisch gemacht und ist definitv eine der besseren Sorte! Julien findet sie zwar nicht so toll. Ja es ist echli schäbig für den letzten Abend hier in Essaouira, aber wir sind ja selber Schuld. Um dem Abend trotzdem noch einen einigermassen guten Abschluss zu geben, beschliessen wir in einer Rooftopbar noch einen Drink zu nehmen. Hier sind wahrscheinlich alle Einwohner von Essaouira und alle Turis versammelt. Hönnen viele Leute. Ich bestelle einen Essaouira Sling, irgendwas mit Himbeere und Gin. Julien bleibt seinem geliebten Gin Tonic treu. Wir setzten uns auf die höchstgelegene Terrasse und schlürfen unsere Drinks. Also ich glaube die haben den Himbeersirup mit Wassermelone verwechselt, zudem ist er eher wässerig. Wir werden langsam wieder etwas wehmütig. Wir wollen hier wirklich noch nicht weg, wir könnten gut noch einen Monat anhängen. Als wir unsere Drinks fertig haben, machen wir uns auf den Heimweg, schliesslich ist es bald Mitternacht. Da wir noch immer keinen Schlüssel von unserem Riad bekommen haben, müssen wir klopfen. Es macht aber niemand auf... Ohje. Wir klingeln mal, aber es tut sich immernoch nichts. Ohjeohje. Wo ist denn unser gardien?? Ich schlage vor, es mal im Restaurant vorne zu probieren, da brennt tatsächlich noch Licht. Wir klopfen mal. Eine Stimme hinter der Tür, macht aber nicht auf. Ehm, hallo... Mir sis.. Der Gardien macht die Tür auf und ich erkläre ihm, dass wir nicht ins Riad kommen, weil keiner aufmacht. Er kommt mit uns mit und wir merken, dass er wohl etwas beschwippst ist. Wir wissen's aber nicht. Er redet nähmlich schon immer so undeutlich und man versteht ihn wirklich nicht. Wir lachen einfach und nicken. Er macht uns auf und wir verabschieden uns von ihm. Jetzt können wir endlich ins Bett, die letzte Nacht in Essaouira ist tatsächlich gekommen. Wir sind traurig.
Morgen werden wir noch Frühstücken, dann mal packen und dann werden wir die Reise zurück nach Marrakesch antreten. Ich hoffe, es verläuft alles ohne Probleme.
Wir werden seh'n ihr werdet lesen.





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