Dienstag, 1. November 2016
Heute haben wir uns früh (zu früh für mich, zu spät für Julien) auf den Weg nach Sidi Kaouki gemacht. Zuerst mussten wir aber für mich ein Brett mieten. Da wir nicht genau wussten wo, sind wir mal echli umengeirrt. Google Maps zeigt Surfshops an, die gar nicht existieren, von wegen "Google is your friend"! Als wir die Surfshops endlich gefunden haben, gehen wir in den Ersten rein. Sieht ziemlich professionell aus hier... Hmm... Ich sage, dass ich gerne ein Brett mieten möchte. Der Typ verweist mich an eine Frau, welche mich dann an einen andere Typen weiterverweist. Ich muss so einen Fötzel ausfüllen (hani no nie müsse..), dann meinen Führerausweis als Depot hinterlegen und jetzt die Preise: 250 Dirham pro Tag!!!! In Taghazout haben wir 70-80 Dirham gezahlt, PRO TAG!! Riesen Abzocke! Ich entscheide mich, noch weiter zu schauen, vielleicht ist's ja irgendwo günstiger. Wir gehen in den nächsten Shop. Hier frage ich zuerst nach dem Preis. 220 Dirham, ja gut, günstiger, aber immernoch hönnen teuer! Ich bin der Meihnung, dass es sich nicht lohnt, so viel zu zahlen, wenn ich nachher nur eine Stunde im Wasser bin. Wir beschliessen, am Surfspot selber noch zu schauen, ob man ein Brett mieten kann. Wir fahren also los. In Sidi Kaouki angekommen, bin ich erst mal überwältigt! Strahlender Sonnenschein, türkises Meer und blauer Himmel, ein Paradies! Wir haben noch nicht's gegessen, deshalb wollen wir in einem Café erst mal etwas zmörgelen. Es geht mal ewig bis der Kellner kommt, dann geht es ewig bis er die Bestellung aufnimmt. Ich muss glaube ich nicht sagen, wie lange es ging, bis unser Zmorge kam... EWIG! Zudem haben wir noch zu wenig Brot bekommen, wir hatten Hunger! Die Aussicht von der Terrasse ist aber unglaublich schön! Wir zahlen und machen uns dran, für mich ein Brett zu finden. Wir gehen extra in einen kleine Surfshop, weil wir denken, dass es dort günstiger ist. Ist es auch! 100 Dirham zahlen wir fürs Brett und den Wetsuit. Diesmal will ich nicht nochmal den Fehler machen und einen zu grossen Neopren nehmen, deshalb probiere ich ihn direkt vor Ort an. Er passt einigermassen und wir machan uns auf den Weg ins Wasser. Die Einheimischen jagen mit ihren Gaulen den Strand entlang und setzten sich richtig in Szene. Kamele hat es auch (oder Dromedar, was weiss ich). Mit dene kann man eine Tour am Strand machen.
Heute klappt's schon besser als das letzte Mal. Die Wellen brechen aber so schnell und strak, dass ich schon ausser Puste bin, bevor ich angefangen habe, zu paddeln! Julien ist weiter raus. Mich spühlts immer mehr in Richtung Strand und als ich keine Lust mehr habe, gehe ich aus dem Wasser. Ich lege mein Tüechli auf so eine Liege die da so am Strand umenstehen, dann gehe ich noch ins Auto und hole mein Buch. Als ich wieder bei der Liege ankomme, kommt schon wieder so ein altes Manndli angerauscht und fragt, ob ich die Liege mieten möchte. Aso hie isch ja wük oh GAR NÜT meh gratis he! Ich entscheide mich dagegen und lege mein Tüechli einfach in den Sand. Beleidigt trottet er ab. Ich ziehe mal meinen Wetsuit aus, möglichst so, dass er nicht gerade voll Sand ist. Gelingt mir sogar ganz gut. Dann setzte ich mich auf mein Tüechli und geniesse die Sonne. Julien kommt auch irgendwann mal aus dem Wasser, für ihn war's jetzt auch nicht so der Wahnsinn. Naja. Wir blödelen da noch ein wenig im Sand umen, beobachten die Leute am Strand und im Wasser, studieren die Kamele und geniessen die Sonne. Lustige Fiecher diese Kamele, der Besitzer befiehlt ihnen, sich hinzulegen und verschwindet dann. Die Tiere bleiben einfach an Ort und Stelle liegen, obwohl sie weglaufen könnten. Faszinierend! Später fragen uns zwei Turi Dudes, ob wir noch die nächste halbe Stunde hier seien, sie wollen etwas zu Essen holen und wir sollen doch bitte ein Auge auf ihren Surfstuff legen. Wir als anständige Schweizer machen das natürlich! Ich lese und gehe ab und zu mal ins Wasser, um mich abzukühlen. Julien schläft. Weil ich so eine tolle, fürsorgliche Freundin bin, crème ich ihm sogar die Ohren ein und erinnere ihn mehrmals daran, dass er sich noch ganz eincrèmen sollte (er hat sich das Gesicht verbrannt, an mir lag's nicht!). Als die Dudes nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zurück kommen (heute fühlt sich alles so ewig an!), beschliessen wir, dass wir trotzdem noch es bizzeli weiter fahren, um zu sehen, wie's dort ist. Wir packen unser Bagage zusammen als plötzlich ein Güetziverkäufer kommt. Julien, weil er so verfressen ist, hat sofort Interesse. Er will uns immer Happy-Cake andrehen. Ehm, nenei mersi isch grad guet. "Mabey tomorrow" jaja, eh nei äue oh nid. Wir kaufen Güezi, bringen mein Brett zurück und fahren los. Wir haben den Schleichweg schon wieder verpasst, wir müssen umdräihen. Dieser Weg ist definitiv NICHT für unser Auto gemacht, viel zu stotzig. Wir fahren trotzdem aben, aus welchem Grund auch immer. Unten erwartet uns ein Menschenleerer Stand mit schönem Sand! Hier kommen wir morgen grad nochmal hin! Hönnen schön! Nach etwa einer halben Stunde und 300 Fotos mehr, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Den Schotterweg kommen wir nur dank Juliens Fahrkünsten wieder hoch, die Räder haben sogar gespuhlt. Ich bin wieder so müde, dass mir im Auto immerwieder die Augen zufallen und ich wegdöse.
In Essaouira checken wir noch schnell den Strand, geht so. Wir gehen zurück ins Riad duschen und machen uns parat, um noch etwas in den Strassen umenzulaufen. Wir haben eine bessere Zeit verwütscht als gestern, es ist noch feih echli etwas los in den Strassen. Die Einheimischen legen den frischen Fisch aus und alle fahren voll drauf ab. Beeindruckend. Wir halten immer ein wenig Ausschau nach Restaurants, denn schliesslich müssen wir ja auch mal noch was essen. Als wir langsam wirklich Hunger bekommen, entscheiden wir uns für ein Restaurant "La petite Perle". Julien betstellt Tajine mit Poulet und ich eine Omelette mit Fleisch. Die hatte zu wenig Salz. Echli fad. Es kommen immer mehr Leute in dieses Restaurant, sogar eine 15 Köpfige Turigruppe. Sie sprechen italienisch und sie nerfen mich jetzt schon. Wir zahlen und machen uns auf den Heimweg. Unterwegs essen wir noch eine Gelati, die unsere Vorstellungen aber leider nicht wirklich erfüllt. Echli zviu Iis, chli zweni Gschmack.
Zurück im Riad müssen wir schon bald mal schlafen, denn Julien will morgen um 6:30 (!!!!!) losfahren! Däm hackts doch!
Morgen will ich kein Brett mieten, ich will einfach nur den Strand geniessen und mich erholen. Gut, vielleicht glustets mich ja doch noch zu surfen. Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.
Der schöne, leere Strand





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