Montag, 31. Oktober 2016

Wehmütig verlassen wir Taghazout, ab nach Essaouira

Montag, 31. Oktober 2016

Heute war Aufbruchstag. Wir sind natürlich wieder später aufgestanden, als wir eigentlich wollten. Egal. Wir haben zuerst mal Rührei und Cornflakes gegessen und haben dann angefangen, aufzuräumen. Wir sind beide nicht gerade so motiviert. Auch wenn wir uns meega auf Essaouira freuen, ist es doch ein wenig wehmütig, diesen unglaublichen Ort zu verlassen. Ich werde es vermissen, am Abend zum Rauschen der Wellen einzuschlafen und am Morgen dazu aufzuwachen. Und der Balkon direkt auf das Meer hinaus, das wird mir auch fehlen. Aber Essaouira wird bestimmt auch toll! Nachdem wir alles ins Auto gebracht haben und die Wohnung einigermassen aufgeräumt ist, ist es Zeit, Adjeu zu sagen und aufzubrechen.
Wir fahren wieder nach Tamri, weil heute ist wieder ein guter Tag zum Surfen und das will sich Julien ja nicht entgehen lassen. Ich habe kein Brett, doch heute habe ich auch nicht so Lust, trifft sich also ganz gut. Ich pflanze mich mit der Kamera auf mein Tüechli. Ich schaue extra, wo Julien ins Wasser geht, damit ich ihn immer wieder finde mit der Kamera. Ich probiere immerwieder zu fötelen, aber ich habe ihn schon wieder verloren. Mann! Ich habe immer das Gefühl, ah ja jetzt hab ich ihn, aber dann ist er's doch nicht. Er kommt raus, trinkt einen Schluck Wasser und geht weiter links wieder ins Wasser. Jetzt gehe ich ihm nach und schiesse grad am Anfang Fotos! Ohje, da geht einer ins Wasser, der den selben Neopren hat, di verwächsli sicher! So war's auch^^ ich schaue immer links und plötzlich kommt Julien von rechts gelaufen. Ja toll! Wir starten nocheinmal einen Versuch, aber gross kriege ich es nicht hin. Ich bin wohl einfach nicht so der Fotograf und wenn dann alle immernoch gleich aussehen, ist es schwierig! Nach etwa drei Stunden (ich sitze schon wieder an meinem Platz, weil ich mir langsam die Beine in den Bauch gestanden habe), kommt Julien aus dem Wasser. Wir sind ready um unsere Route nach Essaouira fortzusetzen. Ich bin hönnen müde (i weiss i ha nid viu gmacht, na und?) und entscheide mich, im Auto echli zu schlafen. Zuerst müssen wir aber tanken, sonst könnte es heikel werden. Wir fahren mach Tamri ins Dorf hinein und steuern die erste und einzige Tankstelle an. Fini. Nix, niente, nada, Benzin ist alle. Ohje. Ach da kommt bestimmt bald wieder eine Tankstelle. 6km? Locker. Ich schaue zur Sicherheit auf meinem tollen Navi nachen. Naja, sind 32km, rechnen können die hier wohl auch nicht wirklich. Egal, es muss einfach längen bis dort hin. Ich mache meine Augen zu und döse vor mich hin. Neben der Strasse tauchen immerwieder Geissenherden auf, die auf den Bäumen nach Essen suchen. Das sieht so blöd aus! An der Tankstelle wird uns gesagt, dass es hier auch kein Benzin mehr gibt. Oh ouh, jetzt bekommen wir langsam ein Problem, es ist ja schon nicht so, dass wir schon im roten Bereich wären, aber wer weiss wie regelmässig wir noch an Tankstellen vorbeikommen. Eine Tankstelle weiter können wir ENDLICH tanken! Wir kaufen noch eine kleine Stärkung und fahren dann weiter. Unterwegs begegnen wir wieder einer Polizeikontrolle, sie winken uns aber durch, gottseidank! Doch leider steht da vorne noch eine zweite Ladung. Diese winken uns freundlich rechts ran. Ds darf doch nid wahr sii!! Wieder z'schnäu?! Diesmal können wir wenigsten den Führerschein vorweisen! 80km/h in der 60er Zone, meine Güte! Ich glaub's nicht! Der Polizist verlangt Papiere und Pass und 500dirham. Holla! Das ist aber viel!! Ja gut, wir können nicht's machen. Julien muss aussteigen und geht irgendwie zu ihrem Auto. Er steht da und quatscht die ganze Zeit, was reden die bloss?? Irgendwann kommt er mit den Papieren und 300 Dirham wieder zurück "er het mr 300 Dirham zrügg gäh, wüuer mi sympathisch fingt" gott sei dank habe ich so einen sympathischen Freund! Das hätte jetzt aber wirklich nicht 2 Mal passieren müssen, aber du, mir schiesse z Gäud gärn zum Fänster us! Endlich kommen wir in Essaouira an, wir fahren zu dem Platz, der mir in der Buchung über AirBnb genannt wird. Da kommen wir aber nicht weiter. Also stellen wir das Auto am Hafen auf den Parkplatz und suchen mal unser Riad. Die haben mir eine Beschreibung geschickt: Die überdachte Strasse, sie ist dunkel, kurz vor der Stadtmauer kommen sie zu einer blauen Türe, welche zum Riad führt. Okay, also erstens hat es hier mehrere Gassen die dunkel und überdacht sind. Zweitens, gibt es hier etwa 200 blaue Türen, woher sollen wir wissen, welches die Richtige ist?! Wir stoglen in den Gassen umen, aber als wir's auch nach einer halben Stunde nicht gefunden haben, beschliessen wir im gleichnamigen Restaurant nachzufragen (als wir kamen war's noch zu). Die Frau ruft jemanden an und sagt uns, wir sollen warten. Nach ca. 2min kommt einer, der uns dann zum Riad führt. Sieht schön aus hier! Wir haben eine ganze Etage für uns, mit einer privaten Terrasse. Die gemeinsame Terrasse auf dem Dach, hat Meerblick, aber jetzt ist's dunkel, da sieht man eh nüt im Moment. Wir haben unser Gepäck im Auto gelassen. Wir müssen jetzt noch so einen Fötzel ausfüllen, wie wir schon auf dem Hinflug bekommen haben. Den Pass haben wir im Auto, den hätten wir gebraucht. Der Typ gibt uns eine Karte von Essaouira und empfiehlt uns noch ein Restaurant, perfekt! Wir holen unser Gepäck aus dem Auto und gehen wieder ins Riad. Wir kommen da nicht ganz nachen bei dem Zettel, er ist aber super nett und füllt ihn für uns fertig aus. Hönnen nätt! Dann zeigt er uns noch das Restaurant, wir reservieren für in einer Stunde und können schon unser Essen auswählen. Naja, auf der Speisekarte hat's nicht gerade viel für meinen europäischen Gaumen, mischt! Der Typ vom Riad empfiehlt uns die Pastilla mit Mandeln, ah chum, nähmemer doch eifach das. Ke ahnig was ds isch (seht ihr, ich werde experimentierfreudig!). Wir gehen zurück ins Riad und studieren mal den Plan und machen uns zwäg fürs Essen. Das Restaurant ist übrigens mega härzig. Es ist ein marrokanisches Ehepar, die es führen. Wir sind zwar die einzigen Gäste, aber uns ist das egal. Das Essen kommt. Es ist irgend ein undefinierbares Dings... Sieht aus wie gefüllter Blätterteig. Ach, wir probieren mal. Es ist süss, das haben wir nich erwartet. Poulet (glauben wir) mit Zimt und Honig und sonst noch irgendwas als Füllung. Wir können es wirklich nicht so ganz definieren und unser Lieblingsessen wird's auch nicht. Naja, schlecht ist es auf jeden Fall nicht. Befriedigend.
Nach dem Essen schlendern wir noch echli durch die Medina, es ist nicht mehr soo viel los, aber immernoch echli. Es hat aber auch komisches Volk unterwegs.. Irgendwo in einer Gasse quatscht uns einer an, Julien bleibt immer stehen, man sollte einfach weiterlaufen! Er fragt uns woher wir sind, aber er ist schon so betrunken, dass wir ihn kaum verstehen. Er brabbelt etwas von Genf und Zürich und Präsidenten und was weiss ich. Wie gesagt, wir verstehen ihn leider nicht so wirklich. Wir wollen gehen, aber da bettelt er uns um Geld an, er wolle sich eine Flasche Wein kaufen. Er lebe in Armut und habe nichts. Ja er tut mir schon echli leid. Wir geben ihm das Münz was wir haben, aber das reicht ihm wohl nicht. Die Leute hier sind zwar sehr freundlich und hilfsbereit, aber sie verlangen praktisch immer Geld! Wir gehen einfach, gib di zfriede mit däm u lah üs lah sii! Wir schlendern noch echli durch die Marktgassen, es ist spannend zu sehen, wie hier noch gehandelt wird und die Einheimischen noch ihre Einkäufe erledigen. Doch wir sind langsam müde und so machen wir uns auf den Rückweg ins Riad. Hier in diesen Gassen gibt es viele Restaurants, die sehr interessant aussehen. Mal schauen welche wir alle besuchen.
Morgen wollen wir zum Surfspot Sidi  Kaouki, es soll nochmal gut werden. Ich will auch wieder ein Brett mieten, aber wir wissen noch nicht ganz wo. Wahrscheinlich in Essaouira am Strand. Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.

Heute war's wieder unglaublich heiss!!

das Wasse ist richtig türkis, man sieht's auf den Fotos leider nicht so gut

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