Sonntag, 30. Oktober 2016

Surfen und die Taschen packen

Sonntag, 30. Oktober 2016

Heute Morgen sind wir verhältnissmässig früh aufgestanden. Julien will nochmal nach Tamri, dort soll's heute gute Wellen haben. Ich habe kein Surfbrett mehr, also werde ich wohl den ganzen Tag am Strand umenhocken, kein Problem für mich. Wir essen kurz eine Schüssel Cornflakes und fahren dann los. In Tamri angekommen merken wir, wir sind nicht die Einzigen, die diese Idee hatten. Etwa 10 Kleinbusse mit Surfbrettern obendrauf (wahrscheinlich Surfschulen) und andere Autos voller Surfer, stehen schon auf dem Parkplatz. Das kann ja heiter werden. Die Meisten sind Anfänger. Am Strand vorne breite ich mein Tüechli aus und richte mich ein für den Tag. Julien plantscht wohl schon im Wasser. Ich will mal ein paar Fotos von ihm machen, wie er am surfen ist. Leichter gesagt als getan. Es hat etwa 100 Leute im Wasser und mindestens 70 davon haben ein weisses Brett. Wie soll ich da Julien nur finden? Die sehen alle gleich aus in ihren Wetsuits! Ich fotografiere einfach mal alle Töggeli im Wasser, zoome ran und schaue, ob ich Julien nöimen erkennen kann. Ah ja, ich glaube das ist er. Ich fötele noch echli weiter, bis ich merke, dass das gar nicht Julien ist. Mischt! Der da vielleicht? Nein. Es ist echt eine Herausvorderung, ihn zu finden. Deshalb gebe ich nach einiger Zeit auch mal auf. Ich lege mich wieder auf mein Tüechli und geniesse die Sonne. Es scheisst mich also scho echli an, dass da alle im Wasser plantschen und ich habe kein Brett, das muss ich ehrlich zugeben! Es kommen Verkäufer vorbei mit Tee, Donuts, Muffins und so weiter. Ein Typ kommt und quatscht mich an. "Where is your husband? In the water?" Husband?? Eehm yes yes in the water. Er quatscht noch echli und geht dann doch noch. Julien kommt mal noch aus dem Wasser und ist völlig begeistert (habe übrigens am komplett falschen Ort geföteler, er war viel mehr rechts, ups)! Die Wellen scheinen super zu sein! Nach einer kurzen Trinkpause verabschiedet er sich aber schon wieder und ich sitze wieder auf meinem Tüechli. Es wird langsam so heiss, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als auch im Wasser auf einem Surfbrett zu stehen. Ich gehe mal meine Füsse nochmal inenhäben, ich nehme die Kamera mit, um noch einmal einen Versuch zu starten, Julien zu fötelen. Ich finde ihn schneller als vorhin (gut, er hat mir auch gesagt wo er etwa sein wird...) ich schiesse ein paar Fotos und dann kommt er erschöpft aus den Wellen. Ich bin mittlerweile so frustriert, weil ich kein Brett habe, dass es mich mega anscheisst! Und Hunger habe ich auch. Beim Tüechli entscheiden wir, dass wir mal nach Tamri fahren und etwas zu Essen kaufen, vielleicht kann man ja da auch ein Brett mieten. Wir fahren los, doch in Tamri gibt es nicht wirklich viel. Wir beschliessen nach Taghazout zurück zu fahren und dort ein Brett zu mieten und erwas zu Essen. Gesagt getan. Julien ist so auf der Schnoren, dass ich fahren muss. In Taghazout stellen wir das Auto auf einen Parkplatz und der Wärter kommt uns anquatschen. Auf Deutsch lustigerweise. Als er erfährt, dass ich ein Brett brauche, zeigt er uns sofort den Weg in einen Surfshop! Okay... Eh ja. Wir mieten dort mal ein Brett und einen Wetsuit. Wir lassen aber das Brett noch da und gehen noch zu unserem Friend im Restaurant "West Coast" etwas essen. Uns kommt in den Sinn, dass wir ja dem Pizza"friend" gesagt haben, dass er heute um 17:00 kommen soll. Mittlerweile ist es schon halb drei und wir werden um 17:00 bestimmt noch nicht zu Hause sein. Wir beschliessen, ihm eine Zettel zu schreiben, er soll doch später nochmal kommen. Ich husche aben ins Apartement, während Julien noch nach einem langärmligen Surfshirt schaut. Er hat nähmlich zu heiss in seinem dicken Neopren. Ich hole noch mein Brett und wir setzen uns wieder ins Auto und fahren zurück nach Tamri. Dort angekommen lege ich den Wetsuit an und muss leider feststellen, dass er zu gross ist. Toll! Müehsam soöppis! Wenn der zu gross ist, wärmt er nicht so gut. Hmm... Eh ja, mir probieres mau, so chaut isches ja nid. Im Wasser bestätigt sich das leider, i ha chaut! Ich surfe trotzdem ein zwei Wellen und es klappt gar nicht mal so schlecht, ha! Aber heute ist nicht mein Tag. Das Brett ist zu schwer, der Wetsuit zu gross und das Wasser zu kalt. Julien hat auch zu kalt, nur im Surfshirt, er muss auf den dicken Neopren zurückgreifen. Weil es mich schon beim rauskämpfen mehrere Male verspühlt, bevor ich überhaupt auf dem Brett stehe, verleidet es mir bald mal. Ich nehme noch eine Welle, und lasse mich an den Strand zurück treiben. I mah nümm. Mit meinem Brett auf dem Kopf mache ich mich auf zum Auto. Es isch chaut! Ich ziehe etwas Warmes an und gehe mit dem Brett wieder zurück an den Strand (ja ich musste das Brett mitnehmen, weil ich Angst hatte, es wird geklaut). Die meisten Surfschulen sind schon gegangen, es hat nur noch wenige Surfer im Wasser. Ich hocke da auf meinem Brett und warte, bis Julien aus dem Wasser kommt. Da ist er! Er ist total erschöpft vom vielen paddeln. Heute war er echt lange im Wasser! Wir machen uns langsam wieder auf den Heimweg, bringen das Brett und den Wetsuit zurück und kaufen noch Brot ein. Als wir die Treppe zu unserem Apartement herunterlaufen, kommt der Pizza"friend" gerade vom Strand her auf uns zu. Hat der da jetzt gewartet?? Keine Ahnung, ich will's nicht wissen! Er hat pain au chocolat mitgebracht (waren eher kleine möchtegern Brötli, wo Jemand ausversehen ein Schoggiwürfeli in den Teig fallengelassen hat...) er hat auch noch so Cremeschnitten mitgebracht. Mir hei doch xeit nume Pain au chocolat gopf! Wir nehmen die Box entgegen und da hat es noch irgendwie so Pralinen drinn, iz übertribters! Und was kostet der Gspass?? VIEL ZU VIEL! Er ist ein richtiger Abzocker!! Shit! Wir probieren ihm zu erklären, dass das gerade etwas teuer ist, aber er will nicht diskutieren, geschweige denn handeln, ja dehaut gopf! Eine Frechheit! Die Dinger (bis auf die möchtegern Schoggibrötli) sind echt gut! Wir essen noch etwas Brot und dann wissen wir, wir müssen jetzt packen und aufräumen. Juliens Handy hat angeschaltet!!! Yess! Bedienen kann man es jedoch nicht wirklich, es spinnt immerno chli. Naja, wir lassen ihm noch bis morgen Zeit, vielleicht haben wir ja riesen Glück und es ist noch etwas zu retten bei dem Ding!
I wott hie nid wäg :( es ist ein richtiges Paradies hier! Aber wir wollen ja noch Essaoira erkundigen! Dort können wir auch noch an den Strand und surfen. Nächste Woche soll's wieder super sein. Wir machen uns an die Arbeit und gerade als ich den Boden wische, klopft es. Der Typ der uns am ersten Tag empfangen hat ist da. Ganz schüchtern steht er da und erklärt uns mit seinem britischen Akzent, dass er morgen nicht da ist. Wir sollen den Schlüssel in der Küche deponieren, den Balkon pschliessen und die Haustüre einfach nur zuziehen. Okay! Machen wir! Wir sind beide ziemlich kabutt und darum gehen wir jetzt schlafen.
Morgen müssen wir früh raus! Hoffentlich klappt alles gut und wir finden unsere Unterkunft ohne grössere Probleme.
Eh ja, wir werden seh'n, ihr werdet lesen.

Viele viele Surfer im Wasser

Die Bananen hier sind nicht gerade riesig

Schöner Sonnenuntergang vom Auto aus geniessen

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