Donnerstag, 20. Oktober 2016

Traurig, verunsichert, glücklich - gemischte Gefühle

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Gestern ist doch noch was gelaufen! Unsere Friends vom Riad haben ein gemütliches Beisammensein veranstaltet, mit Turis, die sie kennengelernt haben. Ein Päärli irgendwo aus den USA und eine Chinesin aus Portland, USA. Ich sag's euch! Die Typen sind der Hammer! Quatschen, grölen, lachen, erzählen, alles zusammen.
Wir haben lange geschnurrt und gelacht, bis die Bäuche weh taten.

Am nächsten Morgen haben wir, wär hätts dänkt, verschlafen und sind viel später als wir eigentlich wollten, aus dem Haus. Wir schlendern wieder durch die Marktgässli, doch hier ist am Morgen noch nicht so viel los. Kommt noch. Wir setzten uns dann in ein Kafi und trinken Tee und Kaffee. Ich liebe den marokkanischen "Thé à la Menthe"! Wir schlendern und schlendern und geniessen noch die letzten Stunden in dieser unglaublichen Stadt. Wir lieben es hier!
Zurück in unserem Riad, warten wir, bis wir auschecken können. Ein super Typ, der Manager! Wenn ihr mal in Marrakesch seid, empfehlen wir das "Riad Elkarti"! Es lohnt sich! Dass wir nicht gerade mit komplett leerem Magen unsere Fahrt nach Taghazout antreten, wollen wir noch etwas essen. Mit unserem ganzen Bagage kämpfen wir uns durch die engen Gassen und alle Verkäufer wünschen uns "bon voyage, be save" hönnen nett! Wir setzten uns wieder in ein Restaurant und plötzlich steht unser Riad Friend vor uns. Er hat mega Fröid und fragt noch nach Facebook und verabschiedet sich ganz herzlich! Ich liebe diese Leute hier! eigentlich schon schade, gehen wir schon wieder. Wir essen gemütlich Burger und Omelette (obwohls eher ein Rührei war). Nun sind wir gestärkt für unseren Roadtrip. Wir kämpfen uns wieder mit unserem Gepäck dur die Medina und kommen zum Auto. Let's Go! Erstaunlicherweise finden wir problemlos den Weg aus Marrakesch heraus. Auch dank Juliens tollem Navi (meins hat bei der Ankunft den Test nicht bestanden und versagt, Google maps -> nicht zu empfehlen!). Wir fahren und fahren. Durch wunderbares Nirgendwo. Weit und breit nichts, ausser Sand, Staub, Hügel, Bäume, Büsche und eine einsame Strasse. Ich bin so fasziniert, dass ich nicht aufhören kann, aus dem Fenster zu starren! Wow! Etwa nach der Hälfte machen wir Halt und kaufen etwas zu Trinken und eine Glace. Ich muss fahren. Ohje, kann ich das überhaupt?? Momou geit scho. Kenn mich ja, dank unserem geliebten Fiat Panda (Gruss an Mami und Papi), aus mit kleinen herzigen Autos. Der fährt aber gut dieser Peugeaut 208. Gäbig! Wir kommen an die Stelle, wo man im Ausland zahlen muss für die Autobahn. Kann ich natürlich. Er sagt mir "soixante-deux" ich geb ihm 70. "ah non, pardon! Soixante-douze" häh was?! Wie izze? Verarsch mich nicht Freundchen! Muesi ihm iz no meh gäh?? Ke Ahnig! Die Barriere geht auf und ich fahre einfach durch. Er sagt jedenfalls nichts. "Iz heimer de d Polizei am Arsch, wüu du ihm zweni zaut hesch" Wow Julien, das ist so beruhigend! Ich fahre etwas gestresst weiter, bis wir merken, dass mit dem Surfbrett auf dem Dach (jaja wir haben es mit einem High-Tech Gadget aus Dach gebunden) etwas nicht stimmt. Etwas flattert und macht unheimliche Geräusche. Rhea muss doch tatsächlich rechts rausfahren und anhalten. Habe ich nich nie gemusst. Scheint aber alles in Ordnung zu sein und mit der Zeit lernen wir, das Geräusch zu ignorieren. Ich bin froh, als ein erneuter Fahrerwechsel ansteht. Julien lässt den Motor an "PIIEP PIIEP PIIEP" ein Lämpli brönnt, hat das vorher schon gebrönnt?? Keine Ahnung, dr Charre louft no. Ich bin trotzdem verunsichert und informiere mich in der "Gebrauchsanweisung" (sagt man glaub nicht so beim Auto, egal) was das ist. Finde das Lämpli, werde aber aus der französischen Anleitung nicht schlau, Google is my Friend, ich übersetze. Tscheggs immernoch nicht. Egal, solange das Auto nich fährt, kanns nichts tragisches sein (hoffe ich!). 
Nach gefühlten 100 Kreiseln, 200 Strassen und 1000 mühsamen Mofafahrern, landen wir ENDLICH in Taghazout! Hallelujah! Wir stellen unser Auto ab, in der Nähe wo unser Apartement sein sollte. Da kommt schon einer cho zspringen "do you need an apartement?" Nenei mir hei eis mersi. "Oh in moroco surf?" Nei Surfstay "ah with Christopher!" Ja genau! Dr Chris, dä suechemer! "Come with me, i show you" uuuuh nenei mersi! Du wosch när wieder Gäut, kennemer doch langsam! Fahrapp!! Er geht aber nicht und behauptet, er arbeite mit Chris, er habe einen Schlüssel (HATTE ER NICHT!!). Wir nehmen extra gar kein Geld mit (wir Schlaumeier!). Er führt uns in ein Haus zum Office von Surfstay. Keiner da, war ja klar. Er telefoniert und ich weiss genau, dä ghört da sicher nid drzue! Irgendwann kommt ein altes Manndli und begrüsst uns freundlich. Chris? Ke Ahnig, äuä nid. Er bedankt sich beim Anderen, wir auch und dann schnieken wir uns ins office, ohne dem Anderen Geld zu geben. Der Alte weiss wohl, wie das läuft. Toller Typ! Er erklärt uns rasch, wie es hier so funktioniert und führt uns dann zu unsrem Apartement. Wow!! Ist zwar ein einfaches, kleines Apartement, aber der Balkon!!!!! Hammer!! Direkte Sicht aufs Meer und den Surfspot! UNGLAUBLICH! Ich bin verliebt! Er verabschiedet sich von uns und wir setzten uns erst mal
Auf den tollen Balkon. Frage mal Papa nach dem Lämpli im Auto und organisiert wie er ist, googlet er und hilft, danke Papi!! Wir kommen zum Schluss, dass es wohl etwas heiss war für den kleinen Peugeaut. Naja wir schauen morgen mal, ob das Lämpli immernoch brennt (hoffentlech nid!!!).
Später beschliessen wir, dass wir noch ins Dorf müssen. Denn wir haben nichts zu essen, und Geld haben wir auch praktisch keins mehr. Da stehen doch tatsächlich streunende Hunde, Katzen und ESEL an einer Mülltonne, i cha nümm! Das habe ich ja noch nie gesehen!
Hier gibt es mehrere kleine Lebensmittellädeli, Restaurants und etwa 100 Surfshops. Wir fragen in soeinem Shop, wo wir Geld abheben können. "oh in Agadir, but don't go now, it's dangerous" Ohje, wir werden verhungeren! Nenei! Wir kratzen unser letztes Geld zusammen und kaufen etwas Znacht ih. Teigwaren mit Tomatensosse und für am Morgen zum Zmorgen, Cornflakes und Milch.
Zurück im Apartement schmeisst Julien den Herd an, es wird gegessen. Tut schon noch gut soein Znacht!
Also heisst es morgen als Erstes mal Einkaufen. Oder doch zuerst Strand und Meer? Wir werden seh'n, ihr werdet lesen!

Das schöne Nirgendwo

Die Aussicht von unserem Balkon in Taghazout

Die Wand im Eingang von unserem Riad in Marrakesch

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