Um 5:45 klingelte doch tatsächlich Juliens Wecker. Ich glaub es nicht!! Ernsthaft?? I ha Ferie, lahmi lah schlafe!! Wie ich vermutet habe schaltet er ihn nicht aus, sondern drückt nur auf schlummern. Wieder schellt das Ding in einer Lautstärke! Ich stupse ihn an, dass er ihn ausschaltet! "I xeh nüt, i cha nid i xeh nüt!" Di ärnst?! Es isch dunku logisch xehsch nüt! I xeh ja oh nüt! Mein Gott! Nach 20 weiteren schrillen Weckern steht er auf. Er will schliesslich im Wasser sein wenn die Sonne aufgeht (Freak!). Ich schlafe lieber nochmal.
Später bin auch ich aufgestanden und wir Frühstücken auf dem geliebten Balkon. Ich liebe diesen Ort!
Wie wir gestern ja entschieden haben, müssen wir noch auf Agadir, einkaufen und Geld abheben. Julien fährt. Das Liechtli brennt übrigens immernoch, und wir machen uns langsam Sorgen... Ist das schlimm?! Wir wissen's nicht. In Agadir ist unser erstes Ziel, der Carrefour. Falsch überlegt, ohne Geld können wir nicht einkaufen! Mischt! Also nochmal nachschauen, wo der nächste Bankomat ist. Gefunden! Zurück zu Carrefour. Wir kaufen viel ein und doch nichts. Wir können wohl in 2 Tagen wieder gehen, egal, das Nötigste haben wir. Wir machen uns wieder auf den Rückweg. Wir kennen's langsam, ich bin stolz!
Zurück im Apartement ist für mich klar, Sünnelen! Julien ist nichtso zwäg und schläft lieber noch eine Runde (ich wäre auch müed wenn ich um viertelvor sächsi schon geweckt würde!). Ich mach's mir gemütlich auf dem Liegestuhl, mit einem Buch (Ja ich lese!!). Die Sonne brennt, doch der Wind macht's angenehm! Ich liebe diesen Ort, hab ich das schonmal gesagt??
Ca. Um 4 Uhr wecke ich Julien mal, will ja nicht dass er am Abend nicht schlafen kann, ich bin sehr fürsorglich jaja (ok, mir isch längwilig xi, na und?). Julien sagt, wir sollen mal weiterfahren, in Richtung berühmte Surfspots, dort gäb's auch Dörfer, vielleicht schöne Strände. Machen wir doch! Wir fahren und fahren und geniessen die Aussicht von den Passstrassen übers Meer. Das Lämpli brönnt geng no... Komisch... Jedesmal wenn wir den Motor starten, piiepst es. Ist das normal? Äue nid, egau! Wir steigen an manchen Stellen aus und betrachten die Surfspots und Strände von oben. Ich muss noch sagen, dass an jedem Parkplatz, egal ob offiziell oder ein Kiesplatz, ein Dude mit einer orangenen oder gelben Weste steht, dir hilft beim ein- und ausparkiern und immer Geld will. Wie Julien so schön sagt, ist dies wohl ein "selbsternanntes Business". Keine Ahnung! Aber wir merken, hier macht Keiner was für gratis. Eh ja.
Zurück im Apartement setzen wir uns noch auf den Balkon und schauen den Surfern zu, welche sich jetzt im Wasser tummeln und auf "die perfekte Welle" warten. Ich find's spannend! Mich glustets auch grad mega, aber ist sicher hönnen schwär. Ich werd's bestimmt probieren! Plötzlich, als wir da so gemütlich umengammlen, klopft es an der Türe. "Isch ds bi üs?!" "Ke ahnig, isch ds bi üs?" "Weiss doch ni! Gang mau ga luege!" Julien geht an die Tür und da steht ein Junge, etwa 15 Jahre alt (verlasst euch nicht auf meine Schätzung, laut Julien bin ich eine Niete im schätzen. Mersi.) Der Junge labert irgendwas in gebrochenem Franz, das einzige was ich verstehe ist Pizza. Pizza? Mmh, Pizza! Er schwafelt irgendwas und versucht uns mit Händen und Füssen zu erklären, was er meint. Jaja nähmemer, ke ahnig. Pain au chocolat, jaja bring mau. Mah doch nid stürme, vrstahs ja eh nid. "A toute à l'heure." Oui oui à tout he! Heimer iz e Pizza bsteut? Äue scho, momou, scho guet. Etwa eine Halbe Stunde später (äbe, Schätzungen...) klopfts wieder. Aha! Der Junge steht mit einer Pizzaschachtel und sonst noch Sachen vor der Tür. Julien lässt ihn rein und der geht doch tatsächlich in unsere Küche! "Är wott üs usroube, bis parat, viellech müessemer zueschlah". Nein nein, er nimmt einen unserer Teller, richtet Schokobrötli, Waffeln und Kuchen darauf an und stellts im Wohnzimmer auf den Tisch. I bi grad chli perplex... Häh?? Naja. Da er nicht gut Franz spricht, gibt ihm Julien seinen Block, dass er aufschreiben kann was wir zahlen müssen. Hueren tür für sone Pizza, aber herzig ist er trotzdem der Bub! Wir geben ihm ein Trinkgeld und er bedankt sich aufrichtig und geht (Danke heisst hier übrigens Shukran, bin stolz weiss ich das, jaja). Wir stehen vor dem angerichteten Tisch, und wissen nicht genau, was wir jetzt machen sollen... Wir sind beide etwas perplex. Naja. Wir essen. Ist gar nicht so schlecht, echli weni Slaz, aber wir haben ja Salz. Fertig gemampft sind wir noch immer etwas perplex... Herziger Bub. Aber er hat uns schon echli abgezockt für das znacht he. Eh ja. Znächst mau wüssemers!
Julien hat vorgeschlagen, morgen nach Tamri zu fahren, dort solls schiins gute Wellen geben.
Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.




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