Heute gegen 10 Uhr kommt Julien von seinem morgentlichen Surf zurück und wir machen uns auf in den Skateparkt, um etwas zu frühstücken. Wir essen und schauen wieder den Skatern in der Bowl zu. Dann gehen wir noch selber runter und Julien (der unermüdlich scheint) dreht seine Runden. Ich kann fast nicht zuschauen, wenn er da so über die Kanten ausgumpet. Als er doch etwas müde und noch auf sein Handglänk gefallen ist gehen wir los um zu surfen. Wir fahren zum Spot Ribeira. Es hat nicht viele Wellen, aber für so einen afternoon Surf reicht‘s allemal. Wir mieten für mich ein Brett, diesmal ein etwas grösseres, breiteres und dickeres. Mit dem sollte ich einige Wellen erwischen. Nun in den Wetsuit zwängen und los geht‘s (klappt immer besser, aber geng noch müehsam). Wir kommen ohne grössere Probleme raus, denn das Meer ist eher ruhig. Ich paddle einige Wellen an, aber sie sind zu klein. Naja, warten wir halt und dümpeln da echli vor uns hin. Eine andere Surferin quatscht uns an, sie ist von Österreich und macht ein Praktikum in Lissabon. Sie sagt, sie hätte seit zwei Wochen endlich mal wieder eine Welle verwütsch. Das beruhigt mich. Man muss also nicht immer Erfolg haben. Wir paddeln noch echli weiter nach links, dort wo die Anfänger die ersten Wellen surfen. Ich habe wenig Erfolg, denn immer wenn ich denke, das ist eine, ist vor mir schon ein Anderer und ich breche ab (ha schiss dasi dä überfahre). Oder ich habe zu viel Vorlage und lande kopfvoran im Wasser und werde gewöschmaschienelet. Es wird langsam kühl. Wir haben sowiso das Gefühl, dass das Wasser heute irgendwie kälter ist. Julien ist plötzlich spurlos verschwunden. Ich glaube er hat eine Welle erwisch und ist bis an den Strand. Ich sitze also da ganz allein zwischen all den anderen Surfer und bin echli verloren... hinter mir kommt eine Welle, aber sie wird erst nach mir brechen. In der Welle sind aber tausende etwa handflächengrosse Fische, uiuiui igitt. Ich habe ja sonst kein Problem mit Fischen, aber die grad so klar zu sehen, macht mich doch echli nervös. Ich lasse die Welle an mit vorbei und paddle wieder echli. Jetzt sehe ich im Wasser einen etwa 1m langen Fisch, oder 2, 3 kleinere. Auf jeden Fall ein grosser dunkler Fleck der sich bewegt! Uuuiiih... das passt mir gar nicht. Ich suche immernoch nach Julien, finde ihn aber nicht und mir wird langsam mulmig. Zudem ist es jetzt echt kalt und ich zittere am ganzen Körper. Ich lasse mich also mit der nächsten Welle mittragen und probiere doch nochmal aufzustehen, werde aber verspühlt. Egal. Wieder und wieder versuche ich, mit dem Weisswasser an den Strand zu kommen. Die letzte Welle kommt, nimmt mich mit und ich kann tatsächlich für 2 Sekunden aufstehen. Ha! Verliere aber durch meine Überraschung schnell wider das Gleichgewicht und werde vom Brett geworfen. Dafür bin ich jetzt am Strand und sekle ganz schnell aus dem Wasser, denn sonst holen mich die Wellen ein und schmeissen mich wieder um (ja das ist auch schon vorgekommen, eher weniger lustig). Ich lege mein Brätt in den Sand und halte nach Julien Ausschau. Keine Spur von ihm. Weil mir jetzt richtig richtig kalt ist, entschliesse ich mich, halt ohne ihn zum Auto zu gehen. Ich stelle mich mit samt Brett unter die Dusche und befreie mich vom Sand und Salzwasser. Gerade als ich mit meinem Brett auf dem Kopf (ist zu breit fürs unter den Arm klemmen) ruft von hinten Julien. Hallelujah, er lebt! Wir bringen mein Brett zurück und ziehen uns beim Auto um. Ich komme sogar ohne Problem aus meinem Wetsuit. Naja, müehsam ist es trotzdem noch, aber wenigsten versteift mein Nacken nicht und ich reisse mir keine 100 Haare aus. Wir steigen ins Auto und fahren wieder zum Skatepark. Dort wärmen wir uns bei einem Tee echli auf und schauen den Sonnenuntergang. Dann machen wir uns wieder auf den Heimweg. Es ist erst etwa halb 7 und wir müssen noch bis ca. 8 Uhr ausharren, bevor wir essen können. Also pfüselen wir eine Runde. Um halb 9 machen wir uns auf den Weg zum Inder. Ich bestelle wieder Poulet und Julien irgendein Curry was auf der Karte drei Chillischoten hat. Zu Juliens Enttäuschung ist es aber ganz und gar nicht scharf. Viel passiert nicht mehr. Julien schläft auf dem Heimweg fast im Stehen ein und ich habe viel zu viel Energie (ausnahmsweise ist es heute mal umgekehrt)! Im Apartement schlüpft Julien schnell ins Bett und schläft sofort ein. Und ich liege neben ihm und schreibe meinen Blog.
Morgen um 12:00 müssen wir das Apartement verlassen. Wir fahren nach Lissabon, weil wir am Sonntag morgen so früh (6:10 Uhr) aufs Flugi müssen. Ein Hotel haben wir schon, also haben wir noch genug Zeit, echli Lissabon zu erkunden. Wenn ich daran denke, was mich in der Schweiz für Wetter erwartet, schnäggelet es mich also scho echli an, von hier fort zu müssen. Aber, die Realität ruft!
Ob morgen auf unserer Reise alles gut geht?
Wir werden seh‘n ihr werdet lesen
Diese Statue steht oben am Surfspot Ribeira
Ribeira von Oben, wir waren aber weiter rechts (am Strand und nicht in den Flesen)
Heute Mittag war‘s riiichtig schön heiss an der Sonne (ja ich sehe müde aus)
Der herzige Julien lässt den Tag bei einem Bierli ausklingen (ich bin gefahren)
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