Wie gestern ist Julien heute ganz früh raus. Er war vor Sonnenaufgang im Wasser und es war gerade mal 4 Grad!! Alter Schwede, das hätte ich niemals mitgemacht! Ich habe ausgeschlafen und den Morgen wieder auf dem Balkon an der Sonne verbracht. Als Julien zurück kommt beschliessen wir, gar nicht zu lange zu warten und am Nachmittag nochmal ins Wasser zu gehen. Ich habe jetzt das reparierte Brätt, keine Ahnung ob das was wird. Wir machen uns also schon bald mal wieder auf den Weg nach Foz do Lizandro, erst mal schauen wie‘s aussieht.. angenehm, aber keine Menschenseele im Wasser. Also mal weiter nach São Julião. Dort stehen zwar hönnen viel Autos, aber im Wasser ist auch hier niemand. Ob das einen Grund hat? Keine Ahnung! Wir gehen wieder zurück nach Foz do Lizandro, dort hat‘s gäbiger ausgesehen. Also los, zwängen wir uns wieder in den Wetsuit, klemmen das Brett unter die Arme und gehen los. Wir stürzen uns ins Wasser und müssen schnell merken, dass wir abgetrieben werden. Eigentlich nicht weiter schlimm. Für mich ist es wieder ein hueren Kampf raus zu kommen und ich schaffe es auch nicht wirklich. Julien meint, wir sollen nochmal raus und es nochmal weiter links probieren. Also gut. Als ich mich endlich wieder an den Strand gekämpft habe, ist Julien noch im Wasser und paddelt weiter. Tja, dann bin ich wohl jetzt auf mich allein gestellt. Ich stürze mich wieder in die Wellen, aber so richtig vorwärts komme ich nicht. Ich wende aber ein neue Methode an. „The turtle“ wenn also eine Welle kommt, bei der ich nicht einfach obendrüber paddeln kann (weil sie schon gebrochen ist) drehe ich mich samt dem Brett und klammere mich unter der Wasseroberfläche am Brett fest! Funktioniert gar nicht mal so schlecht, aber bis ich wieder Orientierung habe und wieder auf dem Brett liege, kommt schon die nächste Welle. Irgendwann gebe ich auf! Ich will wieder zurück an den Strand, aber die Strömung wehrt sich gegen mich. Da ich sowieso keine Kraft habe, zu paddeln, versuche ich mich einfach mit den Wellen an den Strand spühlen zu lassen. Klappt so einigermassen, nach dem 20igsten Versuch. Völlig erschöpft kämpfe ich mich aus den Wellen, Julien steht schon draussen. Er will aber, dass wir‘s nochmal versuchen. Also gut, wenn‘s denn sein muss... wieder rein und paddeln. Evtl. Können wir Weisswassersurfen, probieren wir gleich mal. Rhea paddelt die Welle an, sie nimmt mich mit und wirft mich unsanft vorneüber. Es brätscht u kracht und ich habe keine Ahnung mehr wo ich bin. Ich tauche auf, will Luft holen und voilà, grad etwa 10 Liter Wasser gschlückt! Ich kämpfe mich auf mein Brett, um zu verschnaufen. Mir ist jetzt schon schlächt vom Meerwasser und diesem Gewöschmaschienele. Ich probiere es aber trotzdem nochmal und diesmal nimmt mich die Welle schön mit, kann aber trotzdem nicht aufstehen. Ich schaff‘ das! Wieder etwas nach draussen und die nächste Welle nehmen. (Ich muss kurz anmerken, dass das „rauskommen“ ein hueren Chnorz ist, denn man muss immerwieder unter Wellen durchtauchen, den Turtle machen oder sich verspühlen lassen) Draussen paddle ich wieder eine Welle an, aber auch diese hat zu viel Wucht und brätscht mich gemeinerweise unter Wasser, wo ich wieder gewöschmaschienelt werde und weitere 20 Liter Meerwasser schlucke! Gopf iz hani de ke Lust meh!! Frustriert will ich wieder den Rückweg an den Strand antreten, ha ha! Denkste! Ich lasse mich von einer Welle mitnehmen, verliere die Kontrolle und klammere mich einfach am Brett fest, grosser fehler! Es wirft mich samt Brett von Oben etwa 2 Meter auf den Grund, versuche mich noch abzustützen, damit das Brett nicht auf den Sand kracht. Meine Hand dankt es mir nicht und das Brett auch nicht (ist aber nicht weiter schlimm gewesen). I wott nümm, iz isch fertig! Den Tränen nah setze ich mich in den Sand und muss mich konzentrieren, dass das ganze Salzwasser nicht wieder den Weg da raus findet, wo es reingekommen ist. Läk isch mir schlächt! Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich denke, surfen ist wohl doch nichts für mich! Frustriert stapfe ich mit Julien zu unseren Sachen und dann zu unserem Auto. Jetzt noch aus diesem sch*** Wetsuit raus! 100 Haare weniger und einen versteiften Nacken später, habe ich mich mit Mühe und Not aus dem Teil befreit! Nei, ds isch nüt für mi, definitiv nid! Nope, nie mehr! Julien zeigt wenig Mitleid „ds isch haut öppis wo me mues üebe, ds cha me nid eifach so!“. Das hilft mir jetzt auch nicht! Mein Ego ist im Keller und ich will einfach nur noch weg vom Meer!
Wir fahren zum Skatepark um etwas zu trinken und zu essen. Ich habe mich von meinem Frust schon etwas erholt. Im Skatepark hat es viele Leute, schon fast Pro‘s. Kleine Kinder die diese Absätze und Rampen auf und ab fahren, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Wow! Ich bin absolut beeindruckt! Das will ich auch können! Julien will runter, aber ich muss zuerst etwas essen. Ich werde gnietig wenn ich Hunger habe! Eigentlich will ich auch runter, aber der Hunger siegt und ich mampfe ein viel zu grosses Panini mit Schinken und Käse! Toll, jetzt ist mir wieder schlecht! Und müde bin ich auch! Und eigentlich ist sowiso grad alles blöd! I wott hei. Zurück im Apartement lege ich mich erst mal hin und versuche meine Frust zu bewältigen. Ich habe neue Motivation, das Skaten auszuprobieren und morgen doch nochmal einen Versuch beim Surfen zu starten. Aber mit einem grossen Brett!
Schon bald müssen wir Ericeira wieder verlassen, darum müssen wir noch alles raushole was noch drinliegt!
Keine Ahnung was der morgige Tag bringt, hoffentlich etwas Besseres als der heutige!
Wir werden seh‘n, ihr werdet lesen!
Wollte eigentlich ein Video vom Skatepark einfügen, geht aber nicht vom Handy aus.... deshalb: hier ein Foto vom heutigen Sonnenuntergang (mal wieder)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen