Dienstag, 14. November 2017

Wasser (viel Wasser), endlich!!

Heute sind wir, etwas später als gewollt, voller Motivation (also Julien, ich eher weniger) aufgestanden. Schnell zmörgelen und dann ab ins Wasser! Ab heute kommen die Wellen! Juhu! Wir fahren direkt nach São Julião und tatsächlich, die Wellen sind der Wahnsinn! Also ab in den Wetsuit, Surfrett unter den Arm und los geht‘s. Ich habe mir extra einen eigenen Wetusit gekauft, er ist Zipfree, also ohne Reissverschluss. Ihr könnt euch also vorstellen was das für ein Gchnorz war, ABER ich habe es geschafft! Am Strand ist mir das Ganze schon nicht mehr so geheuer... es sind nur „Profis“ im Wasser und es sieht nicht gerade einfach aus. Julien ist natürlich schon im Wasser, während ich noch mit mir kämpfe. Ich traue mich aber dann doch noch, ohne Erfolg. Ich habe keine Chance die Wellen zu bewältigen um nach draussen zu paddeln. Nach einiger Zeit muss ich leider aufgeben... ich stehe völlig verloren am Strand und komme mir echli blöd vor neben all den Pro‘s die da im Wasser dümpeln. Plötzlich steht einer neben mir und sagt in perfektem Schweizerdeutsch „viellech muesches meh ir Mitti probiere“. Ich erkläre ihm etwas beschämt, dass ich eine blutige Anfängerin bin und doch etwas Respekt vor den Wellen habe. „Jaa, es het haut würk scho grad e gueti Grössi, viu Erfoug trotzdäm!“ mersi... Enttäuscht setze ich mich in den Sand und schaue den anderen Surfern zu, wie sie ohne Mühe, eine Welle nach der Anderen surfen. Da sind zwei Frauen, die es brutal im Griff haben, wirklich unglaublich! I wett oh so chönne surfe!! Ich sehe Julien etwas weiter links, wie er da auf seinem Surfbrett sitzt. Die Wellen brechen viel weiter rechts, aber er bleibt stur an seinem Platz. Ich frage mich, wie lange er wohl noch da draussen umendümpeln will, denn neben ihm kommt eine Well nach der Anderen und jede wird gesurft (meistens von einer der zwei Girls). Zum Glück ist es nicht so kalt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt auch Julien aus dem Wasser. Auch er hat sich nicht getraut, sich unter die Profis zu mischen, und vielleicht sogar einem davon den surf zu klauen. Also begeben wir uns wieder zum Auto und entscheiden uns dafür, noch Halt beim Foz do Lizandro zu machen. Zuerst trinken wir aber noch etwas in der Bar. Da kommt die Profisurferin... läk isch das e Maschiene! Krass! Wir fragen uns, woher sie wohl ist und tippen auf Australien oder aus der USA. Ich bin richtig beeindruckt! Bei Foz do Lizandro angekommen sieht das Ganze schon sehr viel angenehmer aus. Es hat Surfschulen, was immer ein gutes Zeichen ist und die Wellen sind auch etwas kleiner. Also los! Wir stürzen uns in die Wellen und paddeln, bis wir fast keine Kraft mehr haben. Ich habe es tatsächlich aus dem Weisswasser rausgeschafft und kann sogar auf mein Brett höcklen und echli verschnaufen. Auf Rat von Julien paddle ich eine Welle an, aber ich habe schon keine Kraft mehr und werde unsanft vom Brett geworfen, egal! Alles nochmal von vorne! Wer schon mal gesehen hat, wie surfen funktioniert, der weiss, dass man so ganz elegant unter der Welle durchtauchen kann, samt Brett. Ja, das kann ich nicht! Wenn also soeine aggroWelle kommt, habe ich verloren, jedesmal werde ich hönnen verspühlt und schlucke literweise Meerwasser. Ich schaffe es doch noch ein- zweimal nach draussen zu paddeln. Jedoch erwische ich keine Welle. Als mich wieder so eine Welle verspühlt und ich einsehen muss, dass ich wirklich keine Kraft mehr habe, lasse ich mich an den Strand spühlen. Fertig für hüt! Kurze Zeit später kommt auch Julien völlig erschöpft aus dem Wasser. Wir sind tot, am Ende unsere Kräfte. Ich spühre schon den morgigen Muskelkater in meinen Armen. Wir klemmen also die Bretter wieder unter den Arm und machen uns auf den Weg zum Auto. Hueren viel Chisusteindli. Meine Füsse tragen mich nur schwer über diesen schmerzhaften Untergrund, ABER: Surfer kennen keinen Schmerz! Beim Auto angekommen muss ich erstmal wieder aus meinem Wetsuit raus... nass ist der Sch*** noch schwieriger auszuziehen! Aber ich schaffe es (natürlich). Julien ist so erschöpft, dass ich fahren muss, verständlich, er war etwa doppelt so lang im Wasser wie ich!

Zurück in unserem Apartement setze ich mich wieder auf den Balkon, Julien macht es sich auf dem Boden mit einem Mätteli bequem und pfüselet eine Runde. Ich lege mich irgendwann auch noch hurti ins Bett. Dann kommt Julien und schlägt vor, dass wir mein Brett zurück bringen, und noch nach soeinem Frotterhoodie (sieht aus wie ein überdimensionales Frottertuch mit Kaputze und Löcher für die Arme) ausschau halten. Gesagt, getan. Wir finden tatsächlich soeinen Hoodie, für Julien. Ich kaufe lieber einen neuen Pull, hab ja noch nicht genug! Dann will Julien nochmal zum Skatepark. Dort angekommen ist der Park leer, perfekt! Julien springt sofort auf sein Skateboard und fährt in der Bowl hin und her und her und hin. Mir ist das Ganze nicht so geheuer, habe eher etwas Angst davor. Ich lasse mich aber dann doch von Julien überreden, mich auf das Skate zu stellen und einen Absatz herunterzufahren, oder eher zu stoglen. Es hat kleine Kinder im Park, die besser skaten als ich, viel besser. Ich kann mich knapp aufs Skate stellen und echli aagäh, wenn überhaupt. Die fahren da in dieser Bowl rum, als hätten sie nie etwas anderes getan. Julien überredet mich (wieder) in der Bowl hin und her zu fahren, einfach von einer Seite zur Anderen. Klappt nicht, mich legts voll auf den Latz! Autsch! Jetzt hab ich definitv keine Lust mehr (ja so bin ich). Ich gehe in‘s Auto, weil‘s draussen doch schon etwas kühl und mein Ego angekratzt ist und lasse Julien noch echli seine Runden drehen. Das ist voll sein Ding! Als auch er genug hat, fahren wir zurück ins Apartement. Wir gehen aber gleich wieder los, in die Bar direkt unter unserem Balkon, um uns dort das wifi zu schnieken. Klappt! Heute wollen wir‘s nochmal bei dem Italiener versuchen, der letztes Mal keinen Platz mehr hatte.

Diesmal hat er Platz und OH MEIN GOTT ist das Essen gut!!! Er erklärt uns zuerst, dass die Pizza die grösse der Speisekarte hat (ja sie war rund) und dass wir nach belieben die Pizza zusammenstellen können. Wie für mich gemacht, ich mit meinen Extrawüschtli! Zur Vorspeise essen wir Hausgemachte Brötli mit Knoblauchbutter, soooo guet!! Und als Hauptgang Pizza (selbstverständlich)! Ich bestelle mit Salami und Julien eine Vegetariana, ohne Mais (Extrawurst!). Der Pizzaiolo ist sooooo süess! Etwa gegen die 70 und schlurft hin und her im Restaurant. Auch der Besitzer ist sooo freudlich. Er quatscht echli mit uns und offeriert uns sogar noch eine Homemade Liquor. Zimt, gar nicht mal so schlecht!! Wir sind voll und überglücklich! Heute war ein toller Tag! Morgen früh geht Julien mal alleine Los, da mein Brett ja noch in der Reparatur ist und wir‘s wohl erst nach 9 Uhr abholen können. Ist für mich voll Okay, AUSSCHLAFEN!!! Juhuu!! Aber am Nachmittag will ich trotzdem nochmal ins Wasser!

Ob ich es dieses Mal schaffe, eine Welle zu surfen?

Wir werden seh‘n, ihr werdet lesen!

Foz do Lizandro

Müde und abegekeibet

Soo schöne Sonnenuntergänge!

Julien im Skatepark (wow die Qualität, Applaus!)


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