Heute war kein so produktiver Tag. Ich verzelle es trotzdem, ob ihrs wollt oder nicht.
Am Morgen haben wir gezmörgelet, mit Gummibrot und Cornflakes. Dann sind wir aufgebrochen, zum Surfspot in Tamri. Ich habe beschlossen, heute noch kein Surfboard zu mieten, macht wohl nicht so viel Sinn. Wir fahren also los, das Lämpli brönnt immernoch, mischt! Wunderschöne Aussicht und bestimmt eine schöne Töffstrecke (Gruss an meinen Papi und Onkel Igor). Wir sehen, wie an verschiedenen Stellen die Wellen mega schön hereinbrechen (gut ich kenn mich damit nicht so aus, aber Julien gheit fast überen). Wir fahren und fahren und irgendwann, wo wir so langsam ins Innere des Landes fahren, merken wir, dass wir wohl zu weit sind, also kehren wir wieder um. Julien hat auf seinem Handy das magische Seegras gefragt, wos durchgeht zum Spot und wir sehen einen kleinen Weg auf der Karte. Dä müessemer näh. Also alles wieder zurück. Wir verpassen den Weg doch tatsächlich nochmal, weil wir einfach zu spät reagiert haben. Also wieder umkehren. Dieser Weg ist glaube ich nicht gerade für unser Auto gemacht, bzw. ist unser Auto wohl nicht für diesen Weg gemacht (zudem brennt noch so ein hueren Warnlämpli wo keiner weiss was wir damit sollen!). Wir nehmen den Weg trotzdem und kommen tatsächlich zum Spot. Julien kanns kaum erwarten und ist ganz hippelig. Am Strand vorne breite ich mal mein Tüchli aus, weil ich kann ja nicht ins Wasser, also ich kann ja nicht surfen. Die Wellen brätschen nur so inen und ich frage mich, ob Julien das überlebt... Ich überlege mir, ob ich noch den Emergency Call von Marokko googlen soll, im Falle ich ihn nichtmehr auftauchen sehe. Nein nein der kann das schon! Julien zwängt sich in seinen Neopren und ich pflanze mich mal auf das Tüchli. Das Surfbrett unter den Arm geklemmt marschiert er los, richtung Wellen. Ich kann gar nicht zueluegen, mir ist das nicht so geheuer. Er schmeisst sich ins Wasser und paddelt los. Eine Welle nach der anderen lässt ihn verschwinden, aber er taucht immer wieder auf, das ist beruhigend. Er kann das. Irgendwie kommt er aber nicht vom Fleck. Er kommt wieder aus dem Wasser und meint, das sei blöd, weils ihn immer mehr zu den Felsen abtreibt, echli gfährlech he. Nach einem weiteren Versuch kommt er wieder aus dem Wasser, zu anstrengend. Wir liegen da noch eine halbe Stunde (länger kann man sowiso nicht rumliegen mit Julien. Dem wirds immer grad längwilig). Dann fahren wir wieder zurück nach Taghazout. Dort machen wir Rührei um uns zu stärken. Julien will aufs WC, aber neben dem Spühlknopf hat es sich eine Kakerlake auf dem Rücken gemütlich gemacht (ist wahrscheinlich tot). Julien findet es mega grusig und von mir wollen wir schon gar nicht reden. Ich überrede ihn, sie usen zu tun. Er nimmt das Karton von der Pizza und macht sich an die Arbeit. Plötzlich schreit er laut und secklet aus dem WC in die Stube. "Wääh!!! Di Sou isch usenandgheit! Oh mein Gott, das Souviech!" Ich kann mich nicht mehr halten vor Lachen. "Was usenandgheit??" "I WEISS DOCH NID! Die gheie viellech eifach usenand!!" Er ist ganz aufgebracht und ich kann mich nicht von meinem Lachanfall erholen. Er schaffts dann trotzdem noch, sich zu überwinden und das grüselige Ding vom Balkon zu schiessen! Ihn tschuderets und ich muss geng noch lachen!
Vor unserem Balkon haben sich jetzt mehrere Surfer im wasser versammelt, muss gut sein. Julien geht das grad testen und kann glaub sogar par Wellen surfen. Ich plegere noch auf dem Liegestuhl, mit meinem Buch. Es wird langsam heiss. Julien kommt irgendwann mal zurück und wir luegen zusammen noch echli den Wellen zu. Es klopft an der Tür. Ohjemine! Wer ist das wohl. Ich gehe schauen und es ist irgend ein Typ der einen Mohamed sucht. Ja nei dä wohnt hie nid. Er geht. Adjeu. Wir sitzen noch echli auf dem schönen Balkon und plötzlich klopfts wieder. Ernsthaft?! Julien macht auf und es ist unser Pizzafriend von gestern. Nenei mir wei ke Pizza, mir choche säuber. Er versteht uns nicht. Er tippt auf seinem Handy etwas ein, " "8:00pm" ah da will er das Essen bringen, neinein, wir wollen keine Pizza! Er zeigt mir einen Fisch und schaut mich fragend an. Nei e Fisch möchti oh nid danke. Nonon, c'est bon, rien à manger. Ich glaub er hatts verstanden. Demain? Matin? 8:00am? Neii!!! Gopf! I wett nüt!! Nid izze, nid morn u di ganzi Wuche nid! "Après-demain?" NEEII!!!! (Ich bleibe natürlich freundlich, mit stets einem Lächeln im Gesicht) Er schaut noch ein wenig verwirrt, dann enttäuscht und dann verabschiedet er sicht und trottet ab. Ohje, iz ischer trurig.
Julien kocht, Couscous und Poulet. Wir essen und dann wollen wir noch UNO spielen, mit Jasskarten, weil wir wiederinmal zu blöd waren, Spiele einzupacken (ja das ist die einzige Beschäftigung die wir haben, wenn wir nicht surfen oder sünnelen). Es miaut draussen auf dem Balkon und es tönt, als wärs direkt AUF unserem Balkon. Ist es auch. Eine Katze hat sich heraufgeschlichen. Verschäuchen kann man sie nicht, di het ke Angst. Julien der Katzenkenner muss ran. "Ih nei di längi nid ah, di het öppis am Ohr" er schaut es (blöderweise) genauer an und gheit fascht überen. "Dere het es Viech z haube Ohr abbisse mann! Wäh!! Oh gott!" Er holt sich ein Joghurt und will die Katze so weglocken, funktioniert nicht. Ich kann ihn nicht inenlassen weil das Schissviech geng noch da ist und inenwill. Er muss über den Balkon und änen wieder zur Türe rein. Die Katze folgt ihm und sie scheint abgehängt. Ah nei! Doch nid. Ein riesen Schock als die Katze zur Haustüre inenwill! Wir lachen, weil wir beide so verchlüpft sind! Oh gott oh gott, was machen wir. Julien stellt ein aufgeschlagenes Ei in einem Teller vor die Tür. Die blödi Chatz frisst nüt! Als wir glauben, sie los zu sein, will Julien wieder auf den Balkon, falsch, die Katze kommt wieder und jetzt längts mir also! Ich renne mit lauten Geräuschen auf die Katze zu, (lustige Vorstellung hä!?) haue auf das Geländer und gebe ihr einen Mupf, dass sie sich verzieht. Gelungen. Endlich! Blöds Tier! Ihgitt ihgitt! Wir müssen uns abduschen, weil wir ja nicht wissen, ob das Tier ansteckende Krankheiten hat (wohl eher nicht, aber wir sind so in Panik geraten, dass wir duschen müssen). Jetzt haben wir uns etwas beruhigt und bald gehen wir ins Bett.
Morgen wollen wir für mich ein Surfbrett mieten, und mal zu den Anfängerspots fahren. Mir tut Julien jetzt schon leid, er wird viel Geduld brauchen. Hat er Geduld? Wir werden seh'n, ihr werdet lesen.
Schöne Sonnenuntergänge vom Balkon geniesse



Viel Spass beim Wellenreiten, liebi Rhea. Und falls du dann echli Muskelkater (nid dä vom Balkon, meini)überchunsch, dann empfehle ich dir zur Entspannung den Besuch in einem Hamam. Ein wohliges Vergnügen für alle Sinne:-). Liebä Gruess vo dä Ursula und schaltet ändlich das rote Lämpli uus am Auto.......
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